| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1868-7806 |
| Ausgabe / Jahr: | 1 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-04-17 |
Die Einleitung entfaltet in vier aufeinander bezogenen Argumentationsschritten eine genealogisch angelegte Neubestimmung des Orientalismusbegriffs.
In den deutschsprachigen Diskursen der Frühen Neuzeit wird die Beschreibung des Osmanischen Reichs weithin durch das Feindbild der ‚Türkengefahr‘ und ‚Geißel Gottes‘ geprägt. Der Beitrag fokussiert demgegenüber Fremdwahrnehmungen, die Ähnlichkeiten hervorheben, Uneindeutigkeiten stehen lassen, von interkulturellem Staunen getragen sind oder den Feind gar als Vorbild positionieren.
Alexanders Begegnung mit Candacis bildet ein beliebtes Motiv in den transkulturell wirksamen Erzählungen um Alexander den Großen. Im Vordergrund steht hier ein Bildnis am Hof der fremden Herrscherin, das mit der Enttarnung des verkleideten Alexander nicht nur seine erste Niederlage mitsamt zwischenzeitlicher Gefangennahme herbeiführt, sondern darüber hinaus zentrale machtpolitische, kulturelle und identitäre Aushandlungsprozesse auslöst.
Der Aufsatz behandelt drei Texte aus dem Umkreis des Deutschen Ordens im Baltikum mit dem Ziel, postkoloniale Perspektiven auf die Texte zu entwickeln. Im Zentrum stehen unterschiedliche Formen des Othering und der mimicry. Anhand einer Reimrede Peter Suchenwirts zeigt sich eine radikale Abwertung der Anderen, die zu jagbaren Tieren gemacht werden.
In den Geistes- und Kulturwissenschaften hat sich seit einiger Zeit der Begriff des Othering als Leitbegriff zur Beschreibung von Konstellationen durchgesetzt, in denen eine unterlegene Gruppe von einer überlegenen herabgesetzt und stigmatisiert wird. Inhaltlich geht der Begriff des Othering auf Edward Saids Buch „Orientalism“ von 1978 zurück, begrifflich geprägt wurde er von Gayatri Chakravorty Spivak in einem Aufsatz von 1984.
Michel Beheims „Buch von den Wienern“ schildert den Konflikt zwischen Kaiser Friedrich III. und Herzog Albrecht VI. um die Vorherrschaft in Österreich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und war deshalb in der bisherigen Forschung vor allem als historische Quelle präsent. Als Anhänger Friedrichs ist Beheim aber nicht neutral; seine Rhetorik zeichnet sich durch einen auffällig scharfen Ton gegenüber den Wienern und den Anhängern Albrechts aus.
Die an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg angenommene Dissertation widmet sich mit ihrer Fokussierung auf den spätmittelalterlichen Kanzleibrief einem Gegenstand im Schnittfeld von historischer Linguistik, Kanzleigeschichte und Kulturgeschichte.
Bei der vorliegenden Monographie handelt es sich um die überarbeitete Fassung einer Dissertation, die 2023 an der Universität Jena abgeschlossen wurde; 2025 erhielt diese Arbeit den Wilhelm-von-Humboldt-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS).
Die vorliegende Monographie – zugleich die leicht überarbeitete Habilitationsschrift von Verena Sauer an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel – verfolgt das Ziel, „eine allgemeine Struktur des historischen Konzepts (Hoch-) Deutsch framesemantisch zu rekonstruieren“ und dabei „bereits vorhandene Erkenntnisse zu nutzen, zu vergleichen [und] zu vereinheitlichen“.
Mit ihrer Dissertation legt Isabel Langkabel die erstmalige Edition und Kommentierung einer Reihe bisher unbekannter sprachkritischer Texte aus dem Nachlass von Karl Kraus vor, deren Entstehung auf den Zeitraum 1925 bis 1936 (meist auf das Jahr 1932) datiert werden kann.
Auch zwanzig Jahre nach dem Erscheinen von Stephan Elspaß’ „Sprachgeschichte von unten“ reist das Interesse an der Alltagsschriftlichkeit ungeübter Schreiberinnen und Schreiber des (Mittel-)Neuhochdeutschen nicht ab.
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