In den deutschsprachigen Diskursen der Frühen Neuzeit wird die Beschreibung des Osmanischen Reichs weithin durch das Feindbild der ‚Türkengefahr‘ und ‚Geißel Gottes‘ geprägt. Der Beitrag fokussiert demgegenüber Fremdwahrnehmungen, die Ähnlichkeiten hervorheben, Uneindeutigkeiten stehen lassen, von interkulturellem Staunen getragen sind oder den Feind gar als Vorbild positionieren. Entsprechend durchzieht die Diskurse bereits seit dem 16. Jahrhundert eine Ambiguität in der Wahrnehmung des Türkischen, die der Beitrag zunächst konzeptuell fundiert und dann auf der Quellenbasis deutschsprachiger Reiseberichte des 16. und 17. Jahrhunderts (u. a. von Hans Dernschwam, Reinhold Lubenau, Leonhard Rauwolf und Salomon Schweigger) analytisch erprobt. Im Zentrum stehen dabei die jeweiligen Hamam-Darstellungen als ambige Aushandlungsorte interkultureller Begegnung und Differenz.
In the German-language discourses of the Early Modern period, the description of the Ottoman Empire is largely shaped by the image of an enemy: the ‘Turkish threat’ and ‘the scourge of God’. In contrast, this study focuses on foreign perceptions which highlight similarities, remain ambiguous, are driven by intercultural wonderment or even view the enemy as a role model. There has thus been an ambiguity in the perception of Turkish culture in different discourses since the 16th century. The article first provides a conceptual foundation for this ambiguity and then illustrates it in greater detail, based on sources from travel reports in German from the 16th and 17th centuries (including among others Hans Dernschwam, Reinhold Lubenau, Leonhard Rauwolf and Salomon Schweigger). The focus is on the portrayals of hamams as ambiguous sites of inter-cultural encounters and diversity.
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1868-7806 |
| Ausgabe / Jahr: | 1 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-04-17 |
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