| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1868-7806 |
| Ausgabe / Jahr: | 3 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-09-22 |
Der Beitrag untersucht die diegetischen Strukturen zweier einzelpersönlicher Viten der Engelthaler Viten- und Offenbarungsliteratur, der „Offenbarungen“ der Nonne Adelheid Langmann und des „Gnaden-Lebens“ des Klosterkaplans Friedrich Sunder.
Der Beitrag zeigt neue Bezüge zwischen den Turnier-Episoden in mehreren Texten Konrads von Würzburg auf, darunter die Verarbeitung des Hochzeitsturniers von Schiefdeire („Partonopier“) in „Die halbe Birne A“.
This essay posits that rich descriptions of textiles in heroic epic serve poetic functions. It focuses specifically on uncut cloth, arguing that it functions differently to other gifts. Poetically, its giving destabilizes the narrative, creating anticipation and suspense. The essay further explores gendered aspects of these exchanges.
Anhand von Fallbeispielen untersucht der Beitrag, wie ein historisch gewachsenes Deutungsreservoir vormoderner Erzählstoffe in ideologische Eindeutigkeit überführt wird. Übersetzungen des as. ‚Heliand‘ durch Wilhelm Stapel und Felix Genzmer zeigen am Einzelfall, wie semantische Verengungen bereits in der philologischen Vermittlung ideologische Wertungen einschreiben; die drei nachfolgenden Beispiele (COMPACT Geschichte, Kampf der Nibelungen, Jungeuropa-Podcast) führen vor, wie neurechte Akteure am Nibelungenstoff nicht den Text, sondern dessen nationalphilologische Vorprägung instrumentalisieren.
Heinrich von Hesler begegnet in seiner „Apokalypse“ der Herausforderung, gleichzeitig ein Äquivalent zur biblischen Vorlage und eine kommentierende Auslegung herzustellen. Beides kreist wesentlich um die Beanspruchung der Wahrheit, für die der Text aufwendige Beglaubigungsstrategien bis hin zu einem die Textgestalt wahrenden Tradierungsauftrag etabliert, um so weit wie möglich zur göttlich geoffenbarten Vorlage aufzurücken.
Das sogenannte „Doppelfutur“ ist eine Konstruktion der Verbalphrase Infinitum + werden + werden, in der werden somit zweimal vorkommt. Nach Rothstein (2012) tritt sie v. a. in der Chat- und Blogsprache, aber auch in der Sportberichterstattung auf. In der vorliegenden Arbeit wird diese Verbalphrase vor einem weiteren Hintergrund der Verbalphrasenklasse Infinitum + werden + Modalverb anhand der DTA-Korpora historisch in Bezug auf ihre Syntax und Frequenz untersucht.
Mit seiner ab 1478 für den Münchner Hof um Herzog Albrecht IV. erstellten „Bayerischen Chronik“ unternahm der vorrangig als Epiker und Bildkünstler bekannte Ulrich Fuetrer den ambitionierten Versuch, auf möglichst breiter Quellenbasis die Geschichte Bayerns von den mythischen Ursprüngen bis potenziell in seine Gegenwart im Sinne der herrschenden Wittelsbacher auszuerzählen.
Spätestens seit Walter Haug 1985 mit seiner „Literaturtheorie des deutschen Mittelalters“ den Versuch unternahm, die der mittelhochdeutschen Literatur inhärenten Regeln freizulegen, reißt die Frage nach einer Poetik der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters in der Forschung nicht mehr ab.
Der Titel der für die Publikation wesentlich überarbeiteten Heidelberger Habilitationsschrift von Stefaniya Ptashnyk weckt in mehrfacher Hinsicht Interesse, denn er adressiert den Themenbereich historischer Sprachenvielfalt in einer städtischen Kommunikationsgemeinschaft im galizischen Habsburgerreich.
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