Angesichts der luxuriösen Aufmachung des vorliegenden Bandes und des darin präsentierten Forschungsaufwands wirkt der behandelte Untersuchungsgegenstand selber reichlich unergiebig. Man lasse sich von der umsichtigen Monographie tunlichst eines besseren belehren! Die Rede ist von einem einzelnen, schmucklosen Papierblatt, ungefähr des Formats A5, beidseitig mit je einem spätmittelalterlichen Liebeslied beschrieben. Zwar handelt es sich nicht eigentlich um eine Neuentdeckung. Der Fund datiert von 1904, und die beiden Liedtexte wurden – freilich kommentarlos – bereits drei Jahre später erstmals publiziert. Entsprechend dem etwas entlegenen Publikationsort und der nicht sonderlich engagierten Behandlung durch den ersten Herausgeber, blieb die Entdeckung aber einer breiteren Öffentlichkeit verborgen und ließ selbst die direkt angesprochenen Regionalhistoriker weithin kühl. Dem neuerlichen Bearbeiter Eckart Conrad Lutz ist es zu danken, daß das Dießenhofener Liederblatt nun endlich in seiner Bedeutung als „kleine philologische Sensation“ (S. 11) erkannt und zugleich weiteren Kreisen zugänglich gemacht wurde.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1868-7806.1998.01.22 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1868-7806 |
| Ausgabe / Jahr: | 1 / 1998 |
| Veröffentlicht: | 1998-01-01 |
Seiten 139 - 141
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