Um 1140 schrieb ein Anonymus ein wichtiges, pädagogisches und pastorales Handbuch über die Seelsorge in Frauenklöstern. In zwölf ,Büchern‘, die zum größten Teil in Dialogform gehalten sind, wird eine vielseitige Auseinandersetzung über den Weg zum Seelenheil in einem Konvent wiedergegeben. Der Autor setzt hierzu verschiedene Mittel ein, die von einer ausgearbeiteten Blumenallegorie bis zu einer vollständigen Tugendlehre reichen. Dies lateinische Speculum Virginum wurde im 15. Jahrhundert, wahrscheinlich in den Kreisen der Devotio Moderna, ins Mittelniederländische übersetzt und wurde danach noch geraume Zeit in der volkssprachlichen Version verbreitet. Die Bedeutung des Speculum Virginum, die aus den 35 überlieferten Handschriften ersichtlich ist, führte 1990 zu einer Herausgabe für das Corpus Christianorum.1 Die volkssprachliche Überlieferung ist ebenso ansehnlich: 25 Handschriften der mittelniederländischen Übersetzung sind erhalten geblieben, wenn sie auch leider nicht alle den vollständigen Text wiedergeben. Zusätzlich ist auch noch eine Handschrift einer altschwedischen Übersetzung vorhanden. Eine so breite Überlieferung rechtfertigt ohne weiteres eine nähere Erschließung der mittelniederländischen Übersetzung, zumal diese in einem anderen Kontext als das Original entstand.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1868-7806.1998.03.12 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1868-7806 |
| Ausgabe / Jahr: | 3 / 1998 |
| Veröffentlicht: | 1998-07-01 |
Seiten 435 - 438
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