Eva Blome nimmt in ihrer Greifswalder Habilitationsschrift einen aktuellen Trend in der Literaturwissenschaft auf, die Wiederkehr des Begriffs der ,Klasse‘, die spätestens seit Didier Eribons „Retour a Reims“ (2009) und den autofiktionalen Werken von Annie Ernaux gerade in der Autobiographieforschung zu Neuperspektivierungen geführt hat. Der inzwischen eingeführte Begriff der ,Autosoziobiographie‘ trägt dem Rechnung. Während sich die ältere Autobiographieforschung und im Anschluss auch die Forschung zur Autofiktion stark am Verhältnis von ,Wirklichkeit‘ und ,Fiktion‘ abarbeiteten, wählt Blome einen dezidiert soziologischen Ansatz. Entsprechend spielen die herkömmlichen Gattungsdiskussionen zur Autobiographie in ihrer Studie kaum eine Rolle, obwohl ihr Untersuchungskorpus aus Texten besteht, die man bislang als Autobiographie und – vor allem was die Beispiele aus der Gegenwart anbelangt – unter der Kategorie der Autofiktion besprochen hat.
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1868-7806 |
| Ausgabe / Jahr: | 2 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-06-18 |
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