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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2022

    Dennis Borghardt, Sarah Maaß, Alexandra Pontzen (Hg.): Literaturpreise. Geschichte, Theorie und Praxis, Würzburg: Königshausen & Neumann 2020.

    Sarah A. Nienhaus
    …praxissensiblen sowie theoriefundierten Literaturpreisforschung. Dabei liegt der inhaltliche Schwerpunkt rein quantitativ nicht auf der Theorie, sondern auf der… …Praxis. Trotzdem entsteht durch den systematisch vorangestellten Theorieteil der Eindruck, dass ohne ein belastbares Methodengerüst die… …dar. Es ist ein verbreiteter Trugschluss, den Wirkungskreis der Literaturpreise allein um ‚Literatur‘ zu ziehen. Die Relevanz des… …‚Literaturpreisgeschehens‘ ist primär im Anspruch einer Wertevermittlung zu verankern, denn: Durch Literaturpreise werden – so die in der Einleitung aufgegriffene… …symbolisches Kapital‘ eilen dabei dem Namen voraus, der nicht allein in der Literaturpreisforschung prominent ist: Pierre Bourdieu. Sinnvoll ist diese Konnexion… …Qualitätsanspruch auslösen (S. 8). Erklärungsbedürftig ist der Qualitätsaspekt, da dieser bei einer nahezu topisch beklagten Preisinflation – in Summe 974… …dafür, den „Funktionen und Wirkungen von Literaturpreisen“ nachzugehen (S. 16). Zur empirischen Einrichtung zählen auch zwei Werkstattgespräche, die der… …sei heikel gewesen (S. 61), denn es stand für eine existenzielle Frage: Leben oder Tod? Die Akademisierung der literarischen Auszeichnungspraxis bezahle… …Bedeutsamkeit, die Literaturpreise mitbringen, verfolgt Wesche vom Kaiserreich über die NS-Zeit bis zur DDR. Um den Beginn der Literaturpreiskultur verfolgen zu… …können, empfiehlt er einen großzügigen „Sprung ins 19. Jahrhundert“, denn Literaturpreise seien „ein Spätphänomen der Moderne“ (ebd.). Hannes Krauss…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2026

    Kira Kaufmann: Zeugnisse des Okkulten. Literatur und Esoterik im Wiener Fin de Siècle

    Paul Hohn
    …Studien und Quellen Bd. 39) (zugl. Diss. Universität Wien). Kira Kaufmanns Gesamtdarstellung der „Wechselwirkungen zwischen Okkultismus und Literatur“ (S… …. 9) der Wiener Moderne stellt eine Pionierleistung dar, wie sie in der Germanistik bislang nur für Spiritismus und Moderne in München und Berlin… …sind offen – oder allererst zu stellen. 2 Dazu leistet Kaufmann für die Zeit von der Etablierung der Theosophie in Wien um 1885 bis in die 1920er Jahre… …einen verdienstvollen Beitrag. Die Lektüre von Else Jerusalems Roman „Der heilige Skarabäus“ (1909), so rekapituliert Kaufmann einleitend, warf die für… …Untersuchungsgegenstände gleichfalls ästhetische Praktiken von zeichenhafter Evidenz bilden, schließt die Beschäftigung mit Literatur und Okkultismus methodische Fragen der… …Grenzziehung und der Angemessenheit literaturwissenschaftlicher Lektürepraktiken ein, die als Erbschaft autonomieästhetischer Literaturkonzepte in spezifischer… …der Okkultisten um 1900“ (S. 68), zunächst Friedrich Eckstein, der für die Etablierung der Theosophie in Wien hauptverantwortlich war (Kap. I)… …ein, die später in der Auseinandersetzung mit Rudolf Steiner, Psychoanalyse und Spiritismus weiterentwickelt wird. Eine Interpretation des Romans „Die… …Kegelschnitte Gottes“ (1921) demonstriert, wie die Autorin Berta Eckstein- Diener von der Theosophie popularisierte asiatische Tugend- und Wissenskonzepte nutzt… …, um Gesellschaftsverhältnisse in Europa aus der Perspektive eines indischen Reisenden zu beschreiben, der im Matriarchat sozialisiert wurde (II). Die…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2000

    Nicole Rosenberger, Poetik des Ungefügten. Zur Darstellung von Krieg und Verfolgung in Ilse Aichingers Roman "Die größere Hoffnung" (Untersuchungen zur österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts, Bd. 13). Braumüller, Wien 1998.

    Barbara Thums
    …Debatte ausgelöst hat, legte Ilse Aichingers Roman „Die größere Hoffnung“ ein Zeugnis der zur Verhandlung stehenden Aporien ab. Aichingers Roman reflektiert… …die mit diesem Bruch verbundene Krise des Bedeutens und weist darauf hin, daß diese Form der Sprach- und Darstellungsreflexion gerade nicht mit einem… …radikalen Neubeginn gleichzusetzen ist, der in der Diskussion um die Stunde Null zur Debatte stand. Nicole Rosenbergers Studie siedelt Aichingers Roman sowie… …ihr Frühwerk in diesem Diskussionszusammenhang an und macht unter Einbezug einer kritischen Relektüre der Rezeptionsgeschichte deutlich, daß die… …auch dort, wo man sich – wie die Gruppe 47 – in der Gegenwart eines Nachkriegs versammeln will und ein gegen die Verstrickungen der Alten, in die Zukunft… …gerichtetes literarisches Programm des unmittelbaren, erlebnisorientierten Realismus anstrebt, ist man der Dialektik von Erinnern und Vergessen unterstellt… …. „Die größere Hoffnung“ folgt dagegen nicht der Illusion eines radikalen Neubeginns, sondern greift bestehende (Erzähl-)Traditionen aus der Bibel, den… …macht Aichinger zur Außenseiterin in der Gruppe 47 und in der deutschen Nachkriegsliteratur, was sich in der Rezeption des Romans widerspiegelt… …Hoffnung“ wurden in seiner Rezeptionsgeschichte mehrfach wiederholt, des weiteren wurde die Transzendierung der empirischen Realität durch deren Anbindung an… …einen existentiellen Freiheitsbegriff als Verletzung der allgemeinen Sprachregelung über das ‚Unfaßbare‘ in seiner Einzigartigkeit aufgefaßt und damit als…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2008

    Kai Bremer, Fabian Lampart, Jörg Wesche (Hgg.): Schreiben am Schnittpunkt. Poesie und Wissen bei Durs Grünbein

    Stefan Elit
    …erstarrt. 1 Ein Gegenwartsautor als eine Art Midas der Dichtkunst, dazu verdammt, in der von ihm selbst veredelten Welt erhaben zu vereinsamen? So jedenfalls… …suggeriert es augenzwinkernd „Die Zeit“ in einer der deutschen Gegenwartslyrik gewidmeten Sondernummer ihres Literaturteils vom Mai 2007. Die zitierte… …Charakteristik fungiert dabei als Subscriptio einer emblemartigen Kurzvorstellung des Autors, der hier wie einige andere derzeit prominente Lyriker porträtiert… …wird. In ironischer Brechung weist „Die Zeit“ so Durs Grünbein nach gut zwanzig Jahren der Werkveröffentlichung vom Debütband „Grauzone morgens“ bis zum… …Langgedicht „Porzellan“ einen ganz besonderen Rang zu, der sich anscheinend aus seinem persönlichen Stil ergibt, aber sicherlich auch aus seiner öffentlichen… …Rezeption in den vergangenen zwei Jahrzehnten: Sah man in ihm am Anfang den avantgardistischen Junglyriker der späten DDR und der ersten Nachwendezeit, war er… …bald Vertreter eines kühlen Szientismus (zumal als Bücherpreisträger von 1995) und dann der die griechisch-römische Antike revozierende Klassizist (ein… …immer noch aktueller Fokus, wie die „Zeit“ belegt), und spätestens seit der Jahrtausendwende ist noch der mit nahezu epischen Langgedichten über- 1… …[Kurzportait o. Autor:] Der Dichterfürst, in: Die Zeit 22, 2007, S. 57. 313 Buchbesprechungen raschende Historio-Poet hinzugetreten. Weit reicht also… …mittlerweile das Spektrum der Bilder vom Autor Durs Grünbein, und sie treffen auch nur einen Teil der Werke, auf die sie bezogen sind. Von der…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Rosa Sala Rose: El misterioso caso alemán. Un intento de comprender Alemania a través de sus letras. Alba, Barcelona 2007.

    Michael Dobstadt
    …lautet bekanntlich eine der Grundthesen der interkulturellen Germanistik. Ein überzeugender Beleg für die Existenz eines authentisch ‚fremdkulturellen… …Blicks‘ auf „Deutsches und die deutschsprachigen Länder“ konnte bis heute jedoch nicht erbracht werden. 1 Andererseits ist unbestritten, dass sich der… …Ansatz, den Gegenstand der Untersuchung hermeneutisch fremd zu stellen – allerdings auch und gerade den vermeintlich ‚eigenkulturellen‘ –, in den… …Kulturwissenschaften als außerordentlich produktiv erwiesen hat. Der 2007 erschienene und fast 400 Seiten umfassende Essay der spanischen Germanistin Rosa Sala Rose mit… …dem anspielungsreichen, das Moment der Befremdung ostentativ ausstellenden Titel „El misterioso caso alemán. Un intento de comprender Alemania a través… …de sus letras“ („Der rätselhafte Fall Deutschland. Ein Versuch, Deutschland mit Hilfe seiner Literatur zu verstehen“) 2 erweckt vor diesem Hintergrund… …; dann auf den ihm zugrunde liegenden Ansatz, der die Hermeneutik gleichsam auf zwei Ebenen ins Spiel bringt, insofern das Verstehen Deutschlands fundiert… …, Frankfurt/Main 1983, Bd. 2, S. 255. 1 Alois Wierlacher, Hubert Eichheim: Der Pluralismus kulturdifferenter Lektüren. Zur ersten Diskussionsrunde am Beispiel von… …Kellers „Pankraz, der Schmoller“, in: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 18 (1992), S. 373–383, hier: S. 373. 2 Zitate werden – von einigen Ausnahmen – in… …, wie sich Kultur bzw. Gesellschaft und Literatur aufeinander beziehen lassen. Und schließlich auf seinen möglichen Ertrag für die Beantwortung der Frage…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 1/2017

    Michael Seggewiß: "Natur' und "Kultur' im "Tristan" Gottfrieds von Straßburg, Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2012 (Beiträge zur älteren Literaturgeschichte; zugl. Diss. Universität Münster), 256 S.

    Christian Schneider
    …zur älteren Literaturgeschichte; zugl. Diss. Universität Münster), 256 S. Michael Seggewiß’ Buch über ‚Natur‘ und ‚Kultur‘ in der europäischen… …„Tristan“-Tradition des 12. und 13. Jahrhunderts ist die überarbeitete Fassung seiner 2008 bei Tomas Tomasek in Münster abgeschlossenen Dissertation. Im Zentrum der… …Studie steht die These, Gottfried von Straßburg habe programmatisch eine dialektische Synthese der potentiell antagonistischen Bereiche von ‚Natur‘ und… …‚Kultur‘ formuliert. Sein „Tristan“-Roman ziele auf eine „Vermittlung und Harmonisierung“ (S. 13) der beiden Bereiche, in deren Gefolge Natur, Liebe und… …Sexualität aufgewertet und als elementare Bestandteile der höfischen Werteordnung festgeschrieben würden. Seggewiß entfaltet diese These in einer ausgesprochen… …‚Natur‘ und ‚Kultur‘ und erläutert sie als Diskursfelder (Kapitel 2). Das dritte Kapitel zeichnet den geistesgeschichtlichen Hintergrund der Untersuchung… …nach, indem es den Naturdiskurs in der Philosophie des 12. Jahrhunderts, insbesondere bei Bernardus Silvestris, Alanus ab Insulis und Johannes de… …Hauvilla, aufbereitet. Auf dieser Grundlage wird dann der Natur- und Kulturdiskurs bei Gottfrieds Vorläufern Thomas de Bretagne, Béroul und Eilhart von Oberg… …analysiert, bevor sich die beiden Hauptkapitel der Studie den Themen ‚Natur‘ (Kapitel 5) und ‚Kultur‘ (Kapitel 6) in Gottfrieds „Tristan“ zuwenden. Zwei… …hier nur, dass Seggewiß vor allem in den ersten Kapiteln, bevor er zur eigentlichen Gottfried- Analyse kommt, der argumentativen Prolepse etwas zu viel…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2024

    Jeongseon Hyeon: Zeit, Literatur und Sinn. Zu den Poetiken von Botho Straus und Rainald Goetz

    Dr. Lena Hintze
    …2021. Die Studie von Jeongseon Hyeon ist zwei Autoren gewidmet, deren Poetiken gemeinhin als gegenläufig beschrieben werden können: Auf der einen Seite… …, in den Worten der Verfasserin, der konservative Ästhetiker Botho Strauß („Kunst ist nicht für alle da“), auf der anderen Seite der anti-elitäre… …Pop-Autor Rainald Goetz („Abfall für alle“). Hyeon bringt ausgewählte Texte der beiden Schriftsteller über das Erkenntnisinteresse zu Zeit und Sinn zusammen… …und will zeigen, dass die Positionen von Goetz und Strauß sich in ihrem Verlangen nach „wahren Erkenntnissen in der Literatur“ (Klappentext) treffen… …. Von der Überlegung ausgehend, dass die menschliche Suche nach Sinn untrennbar mit der Zeiterfahrung verbunden sei, nimmt die Arbeit Literatur als… …besonderen „Möglichkeitsraum der Sinn- und Verstehenserfahrung“ an und interessiert sich im Speziellen für die „ästhetische Erfahrung des ‚Augenblicks‘ in der… …Sprache, in welcher der Sinn oder das Sinnvolle […] häufig als etwas Unbeschreibbares und Plötzliches geäußert wird“ (S. 12). Strauß strebe den Augenblick… …Buchbesprechungen Die Dissertationsschrift folgt einem gut nachvollziehbaren Aufbau: Den Interpretationen der literarischen Werke sind Reflexionen über die Zeit… …vorangestellt (Kap. 2), die den Theorieteil bilden. Zunächst geht Hyeon der Frage nach, was das Konzept Zeit im Wesentlichen ausmacht, und unterscheidet dafür… …, gestützt auf Ansätze von Aristoteles und Augustinus, objektive von subjektiver Zeiterfahrung. Das Spannungsverhältnis zwischen der quantifizierbaren, durch…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 3/1999

    Kontaktfelder literarischer und gelehrter Kommunikation im Kulturraum Hessen-Thüringen im Mittelalter. Bericht über eine Fachtagung auf Gut Willershausen/Herleshausen vom 11. bis 13. Oktober 1998

    Stephan Müller
    …auf Gut Willershausen/Herleshausen vom 11. bis 13. Oktober 1998 Beiträge zur systematischen Rekonstruktion der Bedingungen der Möglichkeit von Literatur… …und poetischer Kommunikation in der höfischen Welt des Mittelalters sowie der Determinanten ihrer historischen Entwicklung sind das Anliegen des… …altgermanistischen Teilprojekts im Dresdner Sonderforschungsbereichs 537 „Institutionalität und Geschichtlichkeit“ („Institutionalisierungen und Geschichtlichkeit der… …höfischen Literatur des Mittelalters“, Leitung: Peter Strohschneider). Die der mediävistischen Forschung längst geläufige prominente Stellung des… …thüringischen Hofes bei der Entwicklung und Förderung höfischer Literatur gewinnt dabei unter den Gesichtspunkten einer institutionellen Analyse literarischen und… …welche Mechanismen sichern deren Gelingen relativ dauerhaft? Fragen dieser Art wurden auf einer Tagung thematisiert, die der Sonderforschungsbereich 537… …chronologischen Spektrum – von den Anfängen thüringischer Sagentradition bis hin zur Mittelalterrezeption – sollten den Gesprächen eine breite Basis geben. Mit der… …vermieden werden, ohne auf die biographischen und regionalhistorischen Fäden zu verzichten, die in den Diskussionen immer wieder aufgenommen wurden. Mit der… …Vermeidung einer allzu konkret realhistorisch gedachten Vorgabe wurde auch der Tatsache Rechnung getragen, daß der Ansatz des Dresdner Projekts zwar den… …fundierte Theorie der Institutionalität 2 zugleich bemüht ist, die Aporien einer traditionellen Sozialgeschichte der 1 Ein etwas in Vergessenheit geratener…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2024

    Jeanne E. Glesener, Oliver Kohns (Hg.): Weltliteratur und Kleine Literaturen

    Dr. Zaal Andronikashvili
    …‚Weltliteratur‘ innerhalb der vielschichtigen Debatten der vergangenen Jahrzehnte mit dem komplementären Begriff der ‚Kleinen Literatur(en)‘ in Verbindung gebracht… …Kohns. In „Weltliteratur und Kleine Literaturen“ geht es darum, die Debatten über die Weltliteratur aus der Perspektive der vergleichenden… …Literaturwissenschaft zusammenzufassen, „den Begriff der Weltliteratur aus der Perspektive der Gegenwart mit neuem Inhalt zu füllen“ (S. 8) und dafür den Begriff der… …Reflexion über den eigenen Umgang mit der […] Literatur“ (S. 9) stattfindet. In ihrem Weltliteraturverständnis möchten die Herausgeber sich einerseits von der… …globalen Einheitsliteratur „als Nebenprodukt des durch die kapitalistische Logik angetriebenen weltweiten Warenaustausches“ und der „weltweiten… …Glesener und Kohns Weltliteratur im Sinne von Jan-Luc Nancys gemeinschaftlich gebildeter Welt (monde), in der Literatur ein weltbegründendes Potenzial… …innehat. 609 Buchbesprechungen Die Aufgabe der vergleichenden Literaturwissenschaft sehen Glesener und Kohns in der „hierarchische[n] Differenzierung… …zwischen ‚world literature‘ und ‚global literature‘“, wobei sie Weltliteratur „als Projekt der Öffnung verschiedener Literaturen zueinander und nicht als das… …zentral sind. Kleine Literaturen stehen für die Öffnung der Weltliteratur hin zu den ‚peripheren‘ Literaturen. Sie zeigen den epistemologischen Anspruch der… …Ungerechtigkeiten des literarischen Marktes […] auszugleichen“ (S. 20). Glesener und Kohns erklären die Ungleichheit der Weltliteratur „nicht allein durch qualitative…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2024

    Peter Schnyder (Hg.): Erdgeschichten. Literatur und Geologie im langen 19. Jahrhundert

    Dr. Eva Axer
    …Geschichte der Entdeckung der sogenannten Tiefenzeit ist im populären Sachbuch bereits mehrfach erzählt worden, z. B. mit gesellschaftsdiagnostischem Anliegen… …länger nur geologische Themen und Motive in der Literatur von Interesse, sondern auch die wissenschaftsgeschichtlichen Kontexte und ihre Protagonisten. Wie… …der Plural im Titel des Bandes „Erdgeschichten“ andeutet, gibt es mehr als eine Geschichte zu erzählen, sobald die „Wechsel- und Austauschverhältnisse“… …(S. 24) zwischen der Literatur und den (sich etablierenden) Wissenschaften, insbesondere der Geologie, in den Blick genommen werden. Die Lektüren von… …Verschränkung mit der Lektüre wissenschaftsgeschichtlicher Quellen. Im vorliegenden Band sollen auch diese wissenschaftsgeschichtlichen Quellen im Sinne einer… …Poetik bzw. Poetologie des Wissens in ihrer „Medialität und Rhetorizität“ betrachtet werden (S. 23), wie der Herausgeber Peter Schnyder erklärt. Schnyder… …seiner instruktiven Einleitung absehen lässt, die das (von Gould verbreitete) Narrativ von der vierten narzissistischen Kränkung der Menschheit durch die… …Entdeckung der Tiefenzeit noch einmal differenziert. Die im „langen 19. Jahrhundert“ nach und nach entdeckten zeitlichen Abgründe der Erdgeschichte riefen… …Überreste waren ein allgemein bekannter kultureller Referenzpunkt und ein in den verschiedenen Künsten verhandeltes Faszinosum. Der reich illustrierte Band… …historischen Karikaturen und Bildern von Ausstellungen und Museumsprojekten, etwa von der Londoner Weltausstellung 1851, auf. Die Beiträge des Bandes sind…
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