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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    KYBELE oder das Dunkle in Karl Philipp Moritz' "Götterlehre"

    Martin Disselkamp
    …kleinasiatische Gottheit Kybele eine klassizistische Formkultur weit hinter sich. Moritz begreift stattdessen, im Kontext zeitgenössischer Philosophie und der… …unter der Überschrift „Die menschenähnliche Bildung der Götter“ versammelt sind, eine Sonderrolle. Moritz widmet ihnen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und… …Attribute sich bestimmte Götter von anderen unterscheiden lassen, und erläutert ihre Zuständigkeiten und Charakteristika. Jeder Gottheit ist eine von Asmus… …Kunstwerke beschrieben werden können“ setzt Moritz das Interesse am Kontur in die Beschreibung eines Gesichts um. 8 Eine Verbindung zur antiken Kunst stellen… …„Einheit in der Mannigfaltigkeit“ entspricht. Eine Beschreibung des Kunstwerks liefert Moritz in der „Götterlehre“ aber ebenso wenig wie in den „Reisen eines… …dieselbe Gottheit zu sprechen. 11 Auch Kybele erscheint in deutlich abgegrenzter Gestalt. Unter die Kupferstiche der „Götterlehre“ nimmt Moritz eine… …Martin Disselkamp Von der Göttin Cybele, unter welchem Nahmen Rhea, eine Tochter der Erde, und des Saturnus Vermählte, als die große Mutter oder die Mutter… …aller Götter verehrt ward, befindet sich auf eben dieser Tafel eine Abbildung nach einem antiken geschnittenen Steine aus der Stoschischen Sammlung; wo… …Verwandtschaftsverhältnis stand. In den Homerischen Epen, in der Hymnenliteratur und bei den griechischen Dramatikern würde man sie vergebens suchen. In Anlehnung an eine… …berichtet Antoine Banier (1673–1741), eine von Moritz’ mythographischen Hauptquellen, über das Taurobolium oder Kriobolium, das Stier- bzw. Widderopfer für…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Performativität, Vortragsszenen und Apostrophen in der Lyrik um 1800

    Kevin Kempke
    …and poetological selfreflection. I. In der romantischen Vermischung der Künste besitzt das laute Vorlesen von Texten eine wichtige Funktion. Am 27… …: Der Bruder „weiß […] wohl“, wie eine Lesung seiner (aus damaliger Perspektive: zukünftigen) Braut klingt. Zum anderen scheint speziell Caroline Böhmers… …vor allem deshalb noch einmal wichtig zu erwähnen, weil oftmals eine andere Entwicklung als prägend für diese Zeit wahrgenommen wird: die zunehmende… …Ausbreitung der stillen Lektüre. 4 Aber gerade diese Entwicklung – eine Verlagerung der Lektüre ins Private und Individuelle – ist es, die auch dem Vortragen… …Hälfte des 18. Jahrhunderts in Deutschland, der vor allem zu Beginn mit dem Namen Klopstock verbunden ist, zieht eine umfassende theoretische und… …späten 18. Jahrhundert strukturell-rhetorische Elemente der Anrede und Apostrophe eine bestimmte Funktion gewinnen, wenn sie vor dem Hintergrund einer… …untersuchenden Gedichte nieder. Zudem findet speziell in diesen Gedichten eine Auseinandersetzung mit Konzeptionen von Autorschaft und Produktionsästhetik statt… …Aufführung wird in dem Gedicht personalisiert und in eine Art szenisches Tableau überführt. Bei dem Adressanten 18 des Gedichtes handelt es sich offenbar um… …. Rhapsode/Rhapsodin war – in Wiederaufnahme der antiken Bezeichnung für wandernde Sänger – um 1800 auch eine der verschiedenen poetischen Chiffren für eine Person, die… …die Erwähnung einer Rhapsodin durch Schlegel durchaus eine sozialhistorische Fundierung hat, ohne dass in der Figur der Rhapsodin ein konkretes…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    "Ich habe diesen Pfeil in den Köcher zurückgeschoben"

    Spuren eines abgebrochenen Streits in den Beständen der Sammlung Varnhagen (George Sand, Karl Gutzkow, Helmina von Chézy)
    Jadwiga Kita-Huber, Jörg Paulus
    …. So auch im Falle der hier vorgestellten Deutungskontroverse um eine sie und George Sand betreffende Mitteilung Karl Gutzkows in den „Briefen aus Paris“… …(1842). Die Einbettung dieser Streitsache in den Sammlungszusammenhang, in dem sie archiviert ist (Sammlung Varnhagen), erlaubt es, eine alternative… …in der Aushandlung von neuen Themen und Tendenzen und besonders im Geschlechterdiskurs der 1830er und 1840er Jahre eine die ästhetischen Positionen… …geläufig: Frau von Chézy! Sie erstaunte, daß Frau von Chézy jetzt nur noch eine Stellung in der Memoirenliteratur hat. Sie hatte sie für eine große Dichterin… …Erläuterung, Chézy hätte „nur noch eine Stellung in der Memoirenliteratur“, erfolgreich aufgelöst. Dem Ausrufezeichen antwortet das verständige und verstehende… …richtig, dass Gutzkow durch die Zuordnung Chézys zu einer ‚anderen‘ Generation zugleich das „Potenzial für eine Selbstdeutung“ nutzt. 9 Er nimmt dafür eine… …. Christian Klein: Biographie, in: Vormärz-Handbuch [Anm. 2], S. 570–579. 9 Ohad Parnes, Ulrike Vedder, Stefan Willer: Das Konzept der Generation. Eine… …; stattdessen wählt sie eine Ordnung, die eher für eine plakative öffentliche, aber auch eine juristische Verzeichnung von Streitsachen üblich wäre. Verklammert… …Dokuments – die Quasi-Aktennotiz – angepasst. Neben diesen Zeilen wird in der Sammlung Varnhagen noch eine weitere, längere Reaktion Gutzkows aufbewahrt… …eine versöhnliche Note anschlagen, den Wunsch nach einem persönlichen Treffen, das durch eine vorherige Bekanntschaft im familiären Umfeld angebahnt ist…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Weisheitspoetik

    Ägyptologie und altägyptische Literatur bei Rilke
    Sebastian P. Klinger
    …speech through the processing of non-European literature. Im Jahr 1885 veröffentlicht der Berliner Ägyptologe Adolf Erman eine einflussreiche Monografie… …widersinnig. 1 1 Adolf Erman: Aegypten und aegyptisches Leben im Altertum: mit 400 Abbildungen im Text und 12 Vollbildern, Tübingen 1885, S. 3. Für eine… …sich ausdrücklich gegen eine Vorstellung der Hieroglyphen als „Speichermedium weisheitlichen Wissens“, 4 die sich nur andeutungsweise erschließen und so… …eine „Rätselschrift“ bilden, zu der es „keine Klarschrift gibt“. 5 Die philologische Entzauberung orientalistischer Projektionen soll mit dem Ruf einer… …Afrikas.“ Aus philosophischer Sicht steht dabei eine Selbstverständigung über das, was Philosophie (d. h. φιλο-σοφία) genannt werden kann, auf dem Spiel… …in eine konzeptionelle Krise gerät. Dabei erweist sich die systematische philologische und poetische Durcharbeitung von Sprechformen altägyptischer… …imperialistischen Ambitionen durchdrungenen Gewerbeausstellung die Cheops-Pyramide und die ‚Märchenstadt Kairo‘ kurzerhand im Treptower Park nachbaut. 11 Dass eine… ……“, „Wie blumige Wiesen …“. Für eine Lektüre dieser Texte siehe insb. Alexander Honold: Das Andere (in) der Moderne. Ägypten im Blick deutschsprachiger… …moderner Zeit, hg. v. Hanna Jenni, Basel 2015, S. 179–188. 14 Vgl. Grimm [Anm. 8], S. 28. 15 Für eine nuancierte Lektüre von Rilkes Krisenerfahrung und der… …wie dem Münchner Ägyptologen Friedrich Wilhelm Freiherr von Bissing oder dem Leipziger Ägyptologen Georg Steindorff zu pflegen und sich eine…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Die ästhetische Autonomie und das Politische bei Marlene Streeruwitz und Jacques Rancière

    oder: "Politik in Romanen verhandeln"
    Mandy Dröscher-Teille
    …vielmehr durch eine Präsenz des Politischen, die sich durch eine dezidiert ästhetisch autonome Figurengestaltung auszeichnet, mittels derer Machtstrukturen… …kritisiert werden. Schreibt Rancière der Kunst die Aufgabe zu, die „Aufteilungen des Sinnlichen“ im Leben zu verändern, so geht es Streeruwitz um eine radikale… …(2017) bezieht sich Marlene Streeruwitz (geb. 1950), die als eine der politischsten deutschsprachigen Gegenwartsautor:innen bezeichnet werden kann… …, explizit auf den französischen Philosophen Jacques Rancière (geb. 1940). 2 Dieser steht für eine politische Philosophie, die die Kategorien Politik und… …Polizei gänzlich neu bestimmt, und für eine Ästhetik, die die binäre Gegenüberstellung von „Autonomie“ auf der einen und „Unterwerfung [der 1 Marlene… …politisch, dass sie einen bestimmten Raum und eine bestimmte Zeit aufteilt, und dass die Gegenstände, mit denen sie diesen Raum bevölkert, und die Rhythmen… …, in die sie diese Zeit einteilt, eine spezifische Form der Erfahrung festlegen, die mit anderen Formen der Erfahrung übereinstimmt oder mit ihnen bricht… …, hier: S. 90: „Wenn es Streeruwitz am Herzen liegt, dass ihr Schreiben nicht entpolitisiert wird […], ist es dennoch weder leicht zu entziffern, ob eine… …oder Lösungen das Theater verlässt.“ 236 Die ästhetische Autonomie und das Politische genwartsliteratur – auf eine in den 1990er Jahren einsetzende… …erschließen. Es handelt sich also um ‚Erzählungen des Politischen‘, die, so die zweite These, durch eine dezidiert ästhetisch autonome Figurengestaltung…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Self(ie)-Publishing

    Rupi Kaurs Instapoesie als hybrides Publikationsmodell
    Dorothea Walzer
    …„reinvention from ,self‘ to ,indie‘“ als eine historische Entwicklung, innerhalb derer Autoren die Selbstbeschreibung als Selfpublisher zugunsten des… …sie auf Instagram eine Bekenntniskultur, die einem kuratorischen Publikationsgestus entspringt und das Publizieren als literarische Praxis erscheinen… …Instapoeten nimmt Kaur nicht nur wegen ihres Millionenpublikums und ihrer präzedenzlosen Verkaufszahlen eine singuläre Position ein. Sie hat, wie oben… …die Selbstvermarktung der Instapoeten und wollen eine von Personenkult getriebene „Kultur der noblen Amateure“ 8 von der hohen Literatur oder den guten… …Publikumsverlagen dominierten Literaturbetrieb und seine Wertungen dar. Vgl. Carolin Amlinger: Schreiben. Eine Soziologie literarischer Arbeit, Frankfurt/Main 2021, S… …seriously anyway“. 10 Mit diesen Worten weist Rupi Kaur auf eine gesellschaftliche Abwertung des Selfpublishings als einer unseriösen Publikationsform hin… …, die Timothy Laquintano zufolge aus seiner Nähe zur US-amerikanischen Vanity Press resultiert, 11 tatsächlich aber auch in Deutschland eine lange… …Interviewausschnitt auf ihrem Instagram-Account hochlädt, weist darauf hin, dass der Selbstverlag in ihrem Werk trotz seiner schlechten Beleumundung eine nicht nur… …auch das Argument einer erfolgreichen Selbstvermarktung der ,Autorpreneurin‘ 15 Rupi Kaur ist. Auch eine zweite, für Kaurs Werk nicht minder… …,Autorpreneurs‘, welcher seine „produktiven Kräfte in die Produktivkräfte des Marktes“ verwandelt und autonome Urheberschaft als eine Selbstpositionierung im…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Jan Urbich: "Heimwärts kam ich spät gezogen". Das Subjekt der Heimkehr in Dichtung und Philosophie der Moderne. Eine kurze Problemgeschichte

    Christoph Deupmann
    …BUCHBESPRECHUNGEN Jan Urbich: „Heimwärts kam ich spät gezogen“. Das Subjekt der Heimkehr in Dichtung und Philosophie der Moderne. Eine kurze… …anthropologische ‚Erkenntnis‘ (S. 19) in Hinsicht auf eine Situation geht, die – mit archetypischen Textbelegen in Homers „Odyssee“ oder im Neuen Testament (die… …Hegel, heißt: „spekulative[r]“ (S. 41) – Art, indem er „eine bestimmte idealtypische Grundsituation der Heimkehr in der Dichtung der Moderne“… …(S. 18). Das qualifiziert die Heimkehr für eine problemgeschichtliche Untersuchung, die darin eine poetische oder philosophische Verdichtung des… …Holocaust“ (S. 142) – stellvertretend für eine moderne „Verzweiflung und Resignation“ (S. 155), die auch für Franz Kafkas nach dem Ersten Weltkrieg verfasste… …Daheimgebliebenen als endlose Verzögerung und Verharren auf der Schwelle in Erscheinung, ohne dass der Text dem Heimkehrer eine Perspektive eröffnet. Kafkas Erzählung…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Sebastian Kirsch: Chor-Denken. Sorge - Wahrheit - Technik, Paderborn: Wilhelm Fink 2020.

    Maria Kuberg
    …steht der Chor seit einigen Jahren als eine Instanz im Fokus, die über konkrete aufführungspraktische Fragestellungen hinaus auch ein Denkmodell zur… …Antike als eine Figur, die einem fundamental anderen Prinzip zuzuordnen ist als der Protagonist: Wäh- 1 Ulrike Haß: Kraftwerk Chor. Aischylos, Sophokles… …wird, gehorche der Chor nicht einem genealogischen, sondern einem autochthonen Prinzip, welches er als eine vielstimmige, aber uneinheitliche, nicht zum… …Chortheorie in eine überraschende Richtung weiter, nämlich mit einer ausdrücklichen Abkehr von poststrukturalistischen Gemeinschaftstheorien à la Derrida oder… …menschlichen Bezug allenfalls als Mangel oder Scheitern denke. Mit Deleuze führt er stattdessen eine ‚andere Dekonstruktion‘ ins Feld, die nicht das Denken von… …Arbeiten zur Sorge und der Stoa. Ziel dieser theoretischen Volte ist es, mit einer foucaultisierten Stoa eine marginalisierte Tradition westlichen Denkens zu… …Gemeinschaftlichen bezeichnet. Der Chor ist für ihn eine Figur, die in der Umweltlichkeit ihrer Bezüge aufgeht und auch das nicht-menschliche Leben einbezieht. Wie Haß… …Staatsform der Tyrannis sowie auf die Organisationsform der Polis verweisenden individuellen Handlungsmacht setze der Chor eine grundsätzlich demokratisch… …formierte, dem Raum der ländlichen Chora zugeordnete Pluralität entgegen. Diese Gegenüberstellung legt Kirsch aber nicht als eine Dichotomie an, sondern… …konstruiert den Chor als eine in sich selbst noch einmal gespaltene oder verdoppelte Figur. Als eine Alternative zum protagonis- 2 Vgl. Ulrike Haß: Woher kommt…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Martin Schneider (Hg.): Das Regiebuch. Zur Lesbarkeit theatraler Produktionsprozesse in Geschichte und Gegenwart, Göttingen: Wallstein 2021.

    Serge Honegger
    …Forschungsgegenstand in den Blick. In 18 Einzelstudien wird eine für die Theatergeschichte bislang nur marginal beachtete Quellensorte erschlossen, die jedoch für das… …„Regiebuch“ im digitalen Zeitalter anhaftende Patina ist dabei nur eine scheinbare, wie anhand der Forschungsarbeiten deutlich wird. So gelingt es den Beiträgen… …Regiebüchern stellen eine Herausforderung für den Nachvollzug dar. Diesbezüglich weisen die Autorinnen und Autoren des Sammelbands unterschiedliche… …ausdifferenzierten, arbeitsteiligen Arbeitszusammenhängen interessieren. So kann man eine Inszenierung durchaus „weniger als künstlerischen Schöpfungsakt denn als… …zuverlässigen ‚performativen Gedächtnisses‘ führen. Ein solches wird in der Ballettwelt nicht selten als legitimierendes Argument für den Verzicht auf eine… …Unterteilung in Haupt- und Nebentext eine Wertung zugrunde, die nur in sehr begrenztem Rahmen Gültigkeit beanspruchen kann. 1 Ob in digitaler oder analoger Form…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift f?r deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Rabea Kleymann: Formlose Form. Epistemik und Poetik des Aggregats beim späten Goethe, Paderborn: Wilhelm Fink 2021.

    Sebastian Meixner
    …, wo Kleymann eine Epistemik und Poetik des Aggregats entdeckt: Das Aggregat wird also zum Schlüssel für das Erkennen sowie für das Produzieren von… …Perfektibilitätsvorstellungen; zweitens reevaluiert sie die in der Forschung öfter veranschlagte Formlosigkeit des späten Goethe durch eine Poetik des Aggregats; und drittens… …. Jahrhundert. Goethes Spätwerk wird so lesbar als „eine Exploration von (literarischen) Formen angesichts von epistemologischen, kulturellen und… …Sonderfall sowie eine Weiterführung dieses Formvermögens. Denn das Aggregat ist zugleich vor der Form wie nach der Form, wenn es noch Auszuformendes andeutet… …und bereits Geformtes zusammensetzt. Goethe baut – wie Kleymann zeigt – auf einem historischen Aggregatbegriff auf, der Unwissenschaftliches und eine… …Bereichen der Botanik, der Mineralogie und der Chromatik bzw. Meteorologie erhält Goethes Aggregatbegriff eine spezifische Kontur, die die weitere Analyse… …Morphologie“ weniger als Ergebnis, sondern mehr als Abbildung einer umfassenden Sammlungstätigkeit, die eine ans Aggregat gekoppelte morphologische Formerfahrung… …performativ widerspiegelt. Im Kapitel zu den „Wanderjahren“ zeigt die Analyse, wie Mannigfaltigkeit eine Schließung der Romanform geradezu verhindert. Das… …Ordnung. Dabei wird eine unbegriffliche formlose Mannigfaltigkeit deutlich, was die Analyse mit Goethes Vergleich eines Spaziergangs über einen… …„orientalischen Bazar, durch eine europäische Messe“ (S. 103) bebildert. Die Beiordnung von Orient und Europa setzt fort, was die „Noten“ fordern: Als poetisches…
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