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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Jan Urbich: „Heimwärts kam ich spät gezogen“. Das Subjekt der Heimkehr in Dichtung und Philosophie der Moderne. Eine kurze Problemgeschichte

    Christoph Deupmann
    …BUCHBESPRECHUNGEN Jan Urbich: „Heimwärts kam ich spät gezogen“. Das Subjekt der Heimkehr in Dichtung und Philosophie der Moderne. Eine kurze… …anthropologische ‚Erkenntnis‘ (S. 19) in Hinsicht auf eine Situation geht, die – mit archetypischen Textbelegen in Homers „Odyssee“ oder im Neuen Testament (die… …Hegel, heißt: „spekulative[r]“ (S. 41) – Art, indem er „eine bestimmte idealtypische Grundsituation der Heimkehr in der Dichtung der Moderne“… …(S. 18). Das qualifiziert die Heimkehr für eine problemgeschichtliche Untersuchung, die darin eine poetische oder philosophische Verdichtung des… …Holocaust“ (S. 142) – stellvertretend für eine moderne „Verzweiflung und Resignation“ (S. 155), die auch für Franz Kafkas nach dem Ersten Weltkrieg verfasste… …Daheimgebliebenen als endlose Verzögerung und Verharren auf der Schwelle in Erscheinung, ohne dass der Text dem Heimkehrer eine Perspektive eröffnet. Kafkas Erzählung…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2023

    Sven Schöpf: „Schrift […] fällt beim Lesen nicht ab wie Schlacke“. Die buchmediale Visualität von Walter Benjamins Ursprung des deutschen Trauerspiels, Bielefeld: transcript Verlag 2022.

    Hamed Taheri
    …seiner Erstausgabe von 1928 auf; da, wo die graphische Darstellung der Druckschrift eine singuläre Besonderheit aufweist, welche die Wahl der Type, genauer… …die Form der Linie der gedruckten Buchstaben betrifft. Bekanntlich forderte Walter Benjamin für sein Buch eine gebrochene Schrift. „Auch winkt mir… …endlich eine allein angemessene Fraktur“, schreibt er am 22. Dezember 1924 aus Berlin an Gershom Scholem. 1 Als das Buch Anfang 1928 beim Ernst Rowohlt… …Grenzlinien in Frage gestellt: einmal eine dem Buch immanente Grenze, entlang derer das Verhältnis zwischen Lesen und Sehen, Sagen und Darstellen, Text und… …Schriftbild zum Problem gemacht wird, und dann eine Grenze am Rande des Buchs, entlang derer die Trennung zwischen dem, was zu dem inneren Gehalt des Buchs… …der Alten Schwabacher erzeugten Bild unauflösbar verbindet. Schöpf hält es für selbstverständlich, die erste Möglichkeit als „eine ahistorische… …typographischen Bewusstsein her rechtfertigt (S. 223, 226, 229). Zweitens wird versucht, in den gewählten Schriftzeichen eine inhaltliche Seite einzukreisen, die… …gestattet, die Alte Schwabacher als einen Code zu behandeln, in dem eine geheime Botschaft (von Benjamin selbst) eingeschrieben worden ist, deren Entzifferung… …Schwabacher in der Erstausgabe des Buchs eine zweifache Funktion zu: Als Schriftzeichen alphabetisiert sie, wie jede beliebige Schrift, den Diskurs über das… …, sondern eine spiralförmige Bewegung im Herzen des Dings, die das Ding bis zur letzten Sekunde begleitet und in ihm in Kraft bleibt. In ihr kommen die…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2023

    Stephan Schütze: Versuch einer Theorie des Komischen, hg. v. Alexander Kling und Johannes F. Lehmann, Hamburg: Felix Meiner Verlag 2022 (= Philosophische Bibliothek, Bd. 753).

    Stephan Kraft
    …2022 (= Philosophische Bibliothek, Bd. 753). Alexander Kling und Johannes F. Lehmann legen mit diesem rund 400 Druckseiten umfassenden Band eine… …Material überliefert ist. Eine textkritische Herausforderung ist hier also offenbar nicht gegeben. Dafür, dass die Ausgabe trotzdem sehr wohl ein lohnendes… …Unterfangen darstellt, gibt es mindestens zwei Gründe. Der erste liegt darin, dass es sich hier um eine wirklich hochinteressante und quer zum zeitgenössischen… …Mainstream liegende Abhandlung handelt, deren Besonderheiten sich allerdings erst durch eine sorgfältige Kommentierung und Kontextualisierung erschließen. Es… …Hauptwerk (S. 1–171) werden in dem Band auch noch drei wichtigere kurze Publikationen – zwei Zeitschriftenaufsätze und eine Rezension Schützes – mitabgedruckt… …Körper und Dinge hinein und entdeckt dort eine Vielzahl von komischen Formen, die nach seiner Beobachtung gemein haben, dass in ihnen der sich frei… …kaum für so etwas wie ein ‚höchstes Komisches‘ oder eine ‚höchste Subjektivität‘ interessiert. Vielmehr soll sich die Komik vor allem in den vielfach… …man bei Schütze eine zwiegespaltene Antwort. Immer wieder fallen Formulierungen ins Auge, nach denen die Natur mit dem Menschen ‚spiele‘ oder ihn… …‚necke‘, was eine intentionale Gegenhandlung zum Tun des Einzelnen insinuiert. Im Argumentverlauf wird dieser Eindruck jedoch nicht explizit bestätigt. Die… …Schütze konsequent aufrechterhalten, wohl vor allem, um zu verhindern, dass seine Argumentation ungewollt ins Didaktische kippt – in eine Kritik an der…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Sebastian Kirsch: Chor-Denken. Sorge – Wahrheit – Technik, Paderborn: Wilhelm Fink 2020.

    Maria Kuberg
    …steht der Chor seit einigen Jahren als eine Instanz im Fokus, die über konkrete aufführungspraktische Fragestellungen hinaus auch ein Denkmodell zur… …Antike als eine Figur, die einem fundamental anderen Prinzip zuzuordnen ist als der Protagonist: Wäh- 1 Ulrike Haß: Kraftwerk Chor. Aischylos, Sophokles… …wird, gehorche der Chor nicht einem genealogischen, sondern einem autochthonen Prinzip, welches er als eine vielstimmige, aber uneinheitliche, nicht zum… …Chortheorie in eine überraschende Richtung weiter, nämlich mit einer ausdrücklichen Abkehr von poststrukturalistischen Gemeinschaftstheorien à la Derrida oder… …menschlichen Bezug allenfalls als Mangel oder Scheitern denke. Mit Deleuze führt er stattdessen eine ‚andere Dekonstruktion‘ ins Feld, die nicht das Denken von… …Arbeiten zur Sorge und der Stoa. Ziel dieser theoretischen Volte ist es, mit einer foucaultisierten Stoa eine marginalisierte Tradition westlichen Denkens zu… …Gemeinschaftlichen bezeichnet. Der Chor ist für ihn eine Figur, die in der Umweltlichkeit ihrer Bezüge aufgeht und auch das nicht-menschliche Leben einbezieht. Wie Haß… …Staatsform der Tyrannis sowie auf die Organisationsform der Polis verweisenden individuellen Handlungsmacht setze der Chor eine grundsätzlich demokratisch… …formierte, dem Raum der ländlichen Chora zugeordnete Pluralität entgegen. Diese Gegenüberstellung legt Kirsch aber nicht als eine Dichotomie an, sondern… …konstruiert den Chor als eine in sich selbst noch einmal gespaltene oder verdoppelte Figur. Als eine Alternative zum protagonis- 2 Vgl. Ulrike Haß: Woher kommt…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2023

    Louis Ginzberg: Die Legenden der Juden, hg. von Andreas Kilcher, Joanna Nowotny, Berlin: Jüdischer Verlag 2022.

    Norbert Otto Eke
    …eine editorische Großtat gilt es zu vermelden: Zwischen 1909 und 1938 veröffentlichte der Talmudgelehrte Louis Ginzberg (1873–1953) unter dem Titel… …„Legends of the Jews“ eine monumentale Sammlung der traditionellen, auf die biblische Literatur zurückgehenden jüdischen Erzählliteratur in englischer… …saßen vor R. Jichaq dem Schmied; einer bat ihn, Halacha vorzutragen, und einer bat ihn, Aggada vorzutragen. Wollte er eine Aggada beginnen, so ließ es der… …eine nicht, wollte er eine Halacha beginnen, so ließ es der andere nicht. Da sprach er zu ihnen: Ich will 1 Chaim Nachmann Bialik: Halacha und Aggada… …. Deutsch von Gershom Scholem, in: Der Jude. Eine Monatsschrift 4, 1919, H. 1/2, S. 61–77, hier: S. 62. 2 Ebd. 631 Buchbesprechungen euch ein Gleichnis sagen… …. Dies ist zu vergleichen mit einem Manne, der zwei Frauen hat, eine junge und eine alte; die junge rupft ihm die weißen Haare aus und die alte rupft ihm… …beides in einem: weiß-schwarz ineinander verflochten. […] Wer nur das eine, Recht oder Erzählung, präferiert, verunstaltet den Körper dieser verflochtenen… …Tradition. Das Gleichnis behauptet dagegen die unhintergehbare organische Durchdringung beider Schreibweisen. (S. 20 f.) Zwar ist eine deutsche Übersetzung… …Hybridedition ist es, einerseits den Text einer breiteren Leserschaft als Lesetext zugänglich zu machen (Print), andererseits eine Grundlage zu schaffen für die… …Kommentarregister und ein Glossar. Hinzu kommt ein für eine interessierte Leserschaft verfasster Seitenkommentar, der sich jeweils auf den Textseiten befindet und…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Die ästhetische Autonomie und das Politische bei Marlene Streeruwitz und Jacques Rancière

    oder: „Politik in Romanen verhandeln“
    Mandy Dröscher-Teille
    …vielmehr durch eine Präsenz des Politischen, die sich durch eine dezidiert ästhetisch autonome Figurengestaltung auszeichnet, mittels derer Machtstrukturen… …kritisiert werden. Schreibt Rancière der Kunst die Aufgabe zu, die „Aufteilungen des Sinnlichen“ im Leben zu verändern, so geht es Streeruwitz um eine radikale… …(2017) bezieht sich Marlene Streeruwitz (geb. 1950), die als eine der politischsten deutschsprachigen Gegenwartsautor:innen bezeichnet werden kann… …, explizit auf den französischen Philosophen Jacques Rancière (geb. 1940). 2 Dieser steht für eine politische Philosophie, die die Kategorien Politik und… …Polizei gänzlich neu bestimmt, und für eine Ästhetik, die die binäre Gegenüberstellung von „Autonomie“ auf der einen und „Unterwerfung [der 1 Marlene… …politisch, dass sie einen bestimmten Raum und eine bestimmte Zeit aufteilt, und dass die Gegenstände, mit denen sie diesen Raum bevölkert, und die Rhythmen… …, in die sie diese Zeit einteilt, eine spezifische Form der Erfahrung festlegen, die mit anderen Formen der Erfahrung übereinstimmt oder mit ihnen bricht… …, hier: S. 90: „Wenn es Streeruwitz am Herzen liegt, dass ihr Schreiben nicht entpolitisiert wird […], ist es dennoch weder leicht zu entziffern, ob eine… …oder Lösungen das Theater verlässt.“ 236 Die ästhetische Autonomie und das Politische genwartsliteratur – auf eine in den 1990er Jahren einsetzende… …erschließen. Es handelt sich also um ‚Erzählungen des Politischen‘, die, so die zweite These, durch eine dezidiert ästhetisch autonome Figurengestaltung…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2023

    Radiowellen in der Literatur der Zwischenkriegszeit

    Reflexionsfiguren der globalen und politischen ‚Entfernung‘ bei Toller, Keun, Kracauer und Fallada
    Sophie König
    …zunehmend vernetzt. Über das Radio werden neue Spielstätten erschlossen und Szenerien entgrenzt, zeitgleich wird eine grundsätzliche Verunsicherung im Umgang… …mit Phänomenen der Übertragung verhandelt, die eine dezidiert politische Dimension aufweist. The literature of the interwar period has a fascination for… …, Göttingen 2011. 2 Friedrich Walter Bischoff: Hallo! Hier Welle Erdball!, in: Radio-Kultur in der Weimarer Republik. Eine Dokumentation, hg. v. Irmela… …nur eine Fläche ist, löst sich ein neues Gefühl der Erde: das Kugelgefühl. Das Empfinden des planetarischen Zusammenhangs der Rundfunkgemeinde, die über… …eine weltpolitische Perspektive vgl. Willi A. Boelcke: Die Macht des Radios. Weltpolitik und Auslandsrundfunk 1924–1976, Frankfurt/Main, Berlin, Wien… …Radio ebenfalls als Medium, das „eine Berührung aller mit allem ermöglicht.“ 8 Damit wirkt es ihm zufolge an der seit dem 19. Jahrhundert zunehmenden… …ergänzt diesen Befund um eine weitere Aufgabe der Medien in Prozessen der Globalisierung, nämlich jene, als Denkfigur eine Vorstellbarkeit der… …, von Szenen zweier Romane Irmgard Keuns („Gilgi, eine von uns“ von 1931 und „Das kunstseidene Mädchen“ von 1932) sowie Hans Falladas „Der eiserne Gustav“… …eine potente Wirkung auf die Texte entfalten, denen eine kontinuierliche Verbindung zu anderen Orten eingeschrieben wird. Auf der anderen Seite wird… …prominent durchzieht. Schließlich wird aufgezeigt, dass in den Texten ausgehend vom Radio eine erneute Reflexion bereits bekannter, auf den ersten Blick…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2023

    Martin Schneider (Hg.): Das Regiebuch. Zur Lesbarkeit theatraler Produktionsprozesse in Geschichte und Gegenwart, Göttingen: Wallstein 2021.

    Serge Honegger
    …Forschungsgegenstand in den Blick. In 18 Einzelstudien wird eine für die Theatergeschichte bislang nur marginal beachtete Quellensorte erschlossen, die jedoch für das… …„Regiebuch“ im digitalen Zeitalter anhaftende Patina ist dabei nur eine scheinbare, wie anhand der Forschungsarbeiten deutlich wird. So gelingt es den Beiträgen… …Regiebüchern stellen eine Herausforderung für den Nachvollzug dar. Diesbezüglich weisen die Autorinnen und Autoren des Sammelbands unterschiedliche… …ausdifferenzierten, arbeitsteiligen Arbeitszusammenhängen interessieren. So kann man eine Inszenierung durchaus „weniger als künstlerischen Schöpfungsakt denn als… …zuverlässigen ‚performativen Gedächtnisses‘ führen. Ein solches wird in der Ballettwelt nicht selten als legitimierendes Argument für den Verzicht auf eine… …Unterteilung in Haupt- und Nebentext eine Wertung zugrunde, die nur in sehr begrenztem Rahmen Gültigkeit beanspruchen kann. 1 Ob in digitaler oder analoger Form…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2023

    Nico Schmidtner: Alfred Döblin und seine Zeitschrift „Das goldene Tor“. Zwischen Inszenierung und Werkästhetik, Bielefeld: transcript 2022.

    Anna Axtner-Borsutzky
    …Untersuchung. Zudem verfüge sie über eine besondere programmatische Ausrichtung: „Das 633 Buchbesprechungen Goldene Tor“, so führt Schmidtner an, widmet sich der… …. Jahrhundert mit Studien zu Klopstock, Tieck, Goethe und George, Berlin, Boston 2007. 2 Steffen Martus, Carlos Spoerhase: Geistesarbeit. Eine Praxeologie der… …der deutschen Nachkriegszeit – insbesondere 1945 bis 1949 –, der er mit Friedrich Kießling eine „eigenartige Zwitterstellung“ (S. 53) zuschreibt, da sie… …weder eine Nachgeschichte des Nationalsozialismus noch eine Vorgeschichte der Bundesrepublik bzw. der DDR sei. Eine knappe Aufbereitung der… …Publikationsdaten und Programme von anderen Nachkriegszeitschriften – „Der Ruf“, „Frankfurter Hefte“ und „Merkur“ – ermöglicht eine historische Einordnung des… …nur eine 635 Buchbesprechungen selbstbezogene Größe bei Döblin“, sondern als „Fremdinszenierung“ auch „grundlegendes Vermittlungselement und somit Teil… …analysierenden Buchteile dazwischen konkret damit verbunden werden. Im Resultat legt Nico Schmidtner eine Studie vor, in der Döblin in „seiner doppelten… …Selbstinszenierung“ – wobei es sich offenbar eher um eine Dreiteilung handelt – „als Schriftsteller, Kulturpolitiker und Besatzungsoffizier“ (S. 306) in der…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2023

    Cornelia Zumbusch: Was keine Geschichte ist. Vorgeschichte und Literatur im 19. Jahrhundert, Berlin: J. B. Metzler 2021.

    Dorothea von Mücke
    …. Es geht in diesem literaturwissenschaftlichen Werk also primär um die Frage, wie eine (wie auch immer konstruierte und motivierte) Einflechtung einer… …innovativen Umgang mit Analepsen als den einer Öffnung des literarischen Textes auf eine vielschichtige Zeitstruktur hin, wobei sie die analeptischen… …Prähistorie oder Urgeschichte einer Tiefenzeit gemeint sein können. Ebenfalls kann mit Vorgeschichte eine die Hauptgeschichte sinnvoll erklärende, motivierende… …Vergangenheit. Die Vieldeutigkeit von ‚Vorgeschichte‘ ist schon darin angelegt, dass in den meisten Fällen, in denen eine Geschichte analeptisch in einem… …verlorenen Vorgeschichte geht, nimmt das Epos, vor allem die „Odyssee“, eine ganz zentrale Rolle ein. Denn schon in der Spätantike galt das Epos nicht nur als… …Rezeption dieses Textes für eine epochenübergreifende Poetik der literarischen Vorgeschichte einnimmt, und zeichnet diese dann in ihren wichtigsten Stationen… …Erzählung des reisenden Engländers von den „Wunderlichen Nachbarskindern“ in den „Wahlverwandtschaften“ eine wesentliche Rolle bei der Rekonstruktion von… …der Überformung der Wirklichkeit, was dazu führt, dass letztlich unentscheidbar ist, ob es sich dabei um eine „genuine Vorgeschichte oder um eine vom… …, „die sich im Gewebe der bürgerlichen Entsagungsnarrative als Anachronismen ausnehmen“ (S. 285), nehmen die Vorgeschichten im Werk Stifters eine… …Prozess der im Roman verfolgten (Selbst-)Erziehung eine doppelte Rolle: sie erzählen aus einer schwer erinnerbaren Vorzeit des Subjekts und können auf diese…
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