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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 1/2004

    Peter O. Müller, Deutsche Lexikographie des 16. Jahrhunderts. Konzeptionen und Funktionen frühneuzeitlicher Wörterbücher, Niemeyer, Tübingen 2001 (TTG 49), XX und 668 Seiten

    Klaus-Peter Wegera
    …können. Trotz vielfältiger erhellender Versuche, insbesondere durch Gilbert de Smet, bildete eine geschlossene, umfassende Darstellung ein wichtiges… …zudem – jedenfalls am Rande – von Müller mitbehandelt (eine Übersicht über die Lexika des 15. Jahrhunderts findet sich auf S. 567 f.). Die Lexikographie… …knappen Überblick über verschiedene, im zentralen Teil eher verstreut dargebotene Aspekte und bieten damit auch eine Zusammenfassung: Vorspann/Nachspann… …einfließen (XVII). Abgerundet wird der Band durch eine ausführliche Bibliographie und umfängliche Register (Personen, Titel, Drucker/Verleger, Druckorte… …, Sachregister). 100 faksimilierte Abbildungen von Lexikonseiten (Verzeichnis auf S. XV ff.) stellen eine außerordentliche Bereicherung 2 William Jervis Jones… …dem Benutzer auch ein sinnliches Erlebnis: Auch Fachleute im engeren Sinne werden kaum je eine solche Vielfalt an Lexika des 16. Jahrhunderts im… …untermauert. Die Autopsie aller Drucke erlaubt es ihm, eine beträchtliche Anzahl von Korrekturen insbesondere an Claes (1977) vorzunehmen. Auch wenn… …dictionarii genus“ oder Adam Sibers „Nomenclatoris Hadriani Junii Epitome“. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für weitergehende lexikologische Betrachtungen… …zur Lexikographie, bei denen ja gerade auch die sprachlandschaftlichen Einordnungen des Wortmaterials eine wesentliche Rolle spielen. Auch die Anordnung…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 3/2004

    Wolfram von Eschenbach, Titurel, hg., übers. und mit einem Kommentar versehen v. Helmut Brackert, Stephan Fuchs-Jolie, de Gruyter, Berlin, New York 2002, VIII und 513 Seiten. Wolfram von Eschenbach, Titurel, hg., übers. und mit einem Stellenkommentar sowie einer Einführung versehen v. Helmut Brackert, Stephan Fuchs-Jolie, de Gruyter, Berlin, New York 2003, 293 Seiten

    Ralf-Henning Steinmetz
    …akademischen Unterricht. Die große Ausgabe bietet 1. eine Einleitung, in der die Überlieferung beschrieben, ihre Probleme diskutiert und die Grundsätze der… …Edition erläutert werden (S. 3–62); 2. den edierten Text mit zwei Apparaten darunter und einer Übersetzung daneben (S. 64–157); 3. eine vollständige… …Transkription der Handschrift M (S. 161–167); 4. die Melodie (S. 171); 5. einen sehr ausführlichen Stellenkommentar (S. 175–442); 6. eine ganze Reihe von… …Buchbesprechungen Bei dem unendlichen Bemühen, eine so schwierige Dichtung zu verstehen, wird jeder Leser immer wieder dankbar auf eine Prosaübersetzung zurückgreifen… …, die offensichtlich in zäher Auseinandersetzung mit den Problemen der Textkonstitution und der Kommentierung entstanden ist und dadurch eine… …„Titurel“ ja eine Art nachgereichter Vorgeschichte darstellt, und die Dokumentation v. a. der jüngeren Textinterpretationen, mit denen sich die Herausgeber… …Art einen zuverlässigen Ausgangspunkt. Die „Titurel“-Forschung erhält mit der großen Ausgabe eine neue Grundlage, die Heinzles 30 Jahre alte Arbeit, die… …, Kommentar und Anhänge wurden auf die unterschiedlichen Benutzerinteressen abgestimmt. Neu ist eine Einführung, in der Fuchs-Jolie den so sprunghaften… …. Anstelle des editorischen Berichts erfolgt eine knappe Übersicht der Überlieferung, der Editionsprinzipien und der Anlage der Ausgabe (S. 25–32). Auf…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 3/2004

    Die jiddischen Glossen des 14.–16. Jahrhunderts zum Buch „Hiob“ in Handschriftenabdruck und Transkription, hg. v. Walter Röll unter Mitarbeit v. Gabriele Brünnel u. a., Max Niemeyer, Tübingen 2002 (TTG 52), XII und 1216 Seiten, 11 Abb.

    Gernot Heide
    …Mitarbeit v. Gabriele Brünnel u. a., Max Niemeyer, Tübingen 2002 (TTG 52), XII und 1216 Seiten, 11 Abb. Röll hat eine beispielhafte Edition von elf… …vermutet Röll, dass z. B. R8 (Karlsruhe, Bad. LB, Cod. Reuchlin 8) und Le (Leipzig, UB, Cod. 1099) auf eine gemeinsame einsprachige hebräische Vorlage… …festzustellen; diese werden zumeist in hebräischen Kommentaren erläutert, die sich auf eine jüdische Bibelübersetzungstradition stützen. Röll zählt dabei neun… …verschiedene Methoden auf. So können z. B. Buchstaben ausgetauscht oder umgestellt, Wörter nach Silben geteilt oder aber eine gegenteilige Deutung vorgenommen… …Wortformenlisten vor: eine Liste nach den verschiedenen Glossaren oder Glossar-Gruppen in Transkription und Originalschrift, eine Liste der angeführten mhd. und nhd… …. Parallelen sowie eine Liste im Deutschen nicht belegter Lexeme der deutschen Komponente des Jiddischen. Der Wert dieser Übersicht kann gar nicht überschätzt… …werden nicht nur in hebräischer Quadratschrift, sondern auch mit einer Transkription in Lateinschrift versehen, die eine annähernd graphemisch-phonemische… …Vokalbezeichnung durch Punktierung in den einzelnen Glossaren recht unterschiedlich ist und dadurch eine hoch differenzierte Transkriptionsliste (vier Seiten)… …komplexen und disparaten Gegenstand methodisch überzeugend sowie in der Darstellung übersichtlich und nachvollziehbar aufbereitet. Die Ausgabe bietet eine…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2004

    Lesen als Utopie der Freiheit – Alfred Anderschs „Sansibar oder der letzte Grund“

    Alfred Anderschs „Sansibar oder der letzte Grund“
    Günther Stocker
    …Anderschs „Sansibar oder der letzte Grund“ eine zentrale Rolle. Der Roman setzt verschiedene Leseweisen, von der eskapistischen Jugendlektüre bis zur… …Versenkung in heilige Texte, mit der Frage nach der Möglichkeit des Widerstands gegen eine Diktatur in Beziehung und entwickelt daraus das Modell eines… …overlap in it. Eine Möglichkeit, sich mit dem Zusammenhang von Literatur und Medien auseinanderzusetzen, ist die Frage nach dem „medialen Bewußtsein“ 1 der… …und medientechnisch zu ‚manipulieren‘“ 2 , sehr genau – und das schon seit Jahrhunderten. Diese These eröffnet eine Forschungsperspektive, die der… …selbstreflexiven Erzählens. Eine Typologie und sechs exemplarische Analysen, Tübingen 1997. 264 Lesen als Utopie der Freiheit. Alfred Anderschs „Sansibar oder der… …Zuhause. Der Junge identifiziert sich zwar nicht unmittelbar mit dem Gelesenen, setzt es aber in eine enge Beziehung zu seiner eigenen Situation. Er… …politischen Charakter. Aber er setzt damit auch eine familiäre Tradition fort. Sein Vater, der sich ebenso wenig in das Kleinstadtleben integrieren wollte… …seinen Titel gab, geht über diese psychologischen und sozialen Motive hinaus, indem er eine größere Sehnsucht anspricht, eine Hoffnung auf ein anderes… …Lektüre führte ihm andere Möglichkeiten vor Augen, brachte ihn auf die Idee, mehr vom Leben zu wollen, als Fischer zu werden, eine Familie zu gründen, sich… …sogar zu verantwortlichem sozialen Handeln führt. Im Zentrum des Romans steht eine Rettungsaktion, bei der eine junge Jüdin und eine Statue vor den Fängen…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 3/2004

    Katrin Graf, Bildnisse schreibender Frauen im Mittelalter, 9. bis Anfang 13. Jahrhundert, Schwabe und Co, Basel 2002, 298 Seiten und Abb.

    Ursula Peters
    …illuminierten Handschriften kein Bild findet, das geistliche Frauen beim Schreiben oder Kopieren eines Codex zeigt, während etwa eine weltliche Autorin wie Marie… …eine umfassende Sammlung von Bildern mit im weitesten Sinne schreibenden bzw. an der Buchherstellung beteiligten Frauen zusammen, um sie einer kritischen… …Literaturbetrieb ist zugleich – wie in den 80er Jahren, der ersten Phase der fachwissenschaftlichen Frauenforschung – eine „Korrektur des herrschenden Blicks“ (S… …in Tours (Paris BN lat. 1, fol. 3v), in der sie in der Darstellung des Zusammenwirkens von Hieronymus, Paula und Eustochium eine im Vergleich zu… …, Bamberg SB Msc. Lit 142, fol. 65r), dessen übliches Verständnis der Übergabe der Regel an die Nonnen sie umbiegt in eine Darstellung der Buchurheberinnen… …Augustodunensis in der Münchner Hs. BSB Clm 4550 (fol, 1v) mit ihren zwei Frauenfiguren: Eine der beiden, die Figur der irdischen Braut am rechten Bildrand, sei mit… …– das Geschehen beobachten kann, zugleich eine Darstellung der Buchherstellerin, die hier im Gestus einer visionären Autorin präsentiert werde… …im Falle des Verweises auf die Christine de Pizan-Ikonographie (S. 54–56) – gelegentlich sehr weit ausgreifen. Dennoch bietet dieses Kapitel eine Fülle… …Radegunde-Viten (Bibliothèque Municipale, Ms. 250) des 11. Jahrhunderts als eine Art Parallelbild (fol. 43v) zum Bild des Hagiographen Venantius Fortunatus (fol… …ist eine stupende Fülle hochinteressanter Informationen zusammengetragen, die – etwa das Gegen- und Nebeneinander von Wachstafel und Pergamentblatt, das…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 1/2004

    Thomas Rathmann, Geschehen und Geschichten des Konstanzer Konzils. Chroniken, Briefe, Lieder und Sprüche als Konstituenten eines Ereignisses, Wilhelm Fink, München 2000 (Forschungen zur Geschichte der Älteren Deutschen Literatur 20), 303 Seiten

    Gerhard Wolf
    …eines Objektivitätsanspruchs gehuldigt, der darin besteht, dass es eine Beobachtung ohne Beobachter gibt. Dieses Dilemma hat jedoch weder die Literatur-… …noch die Geschichtswissenschaft in eine Krise gestürzt. Denn soweit man sich überhaupt dem Problem stellt, wird pragmatisch verfahren, und nach wie vor… …Geschichtswissenschaft und gleichzeitig eine exemplarische Behandlung eines historischen Ereignisses, das nicht mehr als Faktum, sondern als diskursives Konstrukt… …eine Geschichtswissenschaft insgesamt, die weder mit dem Ereignis- noch mit dem Darstellungsbegriff zu Rande gekommen ist. Selbst dort, so demonstriert… …er am Beispiel Gabrielle M. Spiegels, wo sich die Geschichtswissenschaft auf eine (poststrukturalistische) literaturwissenschaftliche Forschung… …Wirklichkeit selbst einen diskursiven 154 Buchbesprechungen Charakter zuspricht, dann wird schnell deutlich, dass es ihm um mehr geht als um eine primär oder… …Foucaultschen Diskursbegriffs vorhalten, aber aus seinem Verzicht auf eine Diskussion seines eigenen Diskursbegriffs resultiert eine argumentative Ambiguität… …gleichermaßen Aussageformation wie Kommunikationsform über die Dinge. Aus der Gleichsetzung von literarischer Überlieferung und Diskurs ergibt sich noch eine… …den Konzilsverlauf als „eine gigantische Zirkulation von Texten“ vorstellen (S. 50; vgl. auch S. 268), die das Konzil als solches erst konstituieren… …im Grund nicht diese theologischen Streitschriften, die dann für den weiteren Gang der Untersuchung eine Rolle spielen, vielmehr wechselt Rathmann im 3…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 3/2004

    Zisterziensisches Schreiben im Mittelalter. Das Skriptorium der Reiner Mönche. Internationale Tagung des Instituts für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz gemeinsam mit Abt und Konvent des Stiftes Rein. Zisterzienserstift Rein, 14.–17. Mai 2003

    Sigrid Rachoinig
    …dessen Südosten, vom 12. bis zum 16. Jahrhundert. Eine Grundlage für die Diskussion boten ein historischer Überblick über die Anfänge des Ordens in… …anderem auch aus Rein. Die ältesten Textzeugen aus dem Reiner Stift finden sich in Vorau um die Mitte des 12. Jahrhunderts, eine Zusammenarbeit zwischen… …galten zwei kunsthistorische Beiträge. Johann Konrad Eberlein (Graz) ortete in der Zentralisierung und Modernisierung des Ordens, die eine raschere… …, andererseits die Zisterze Sticna/Sittich, eine Tochtergründung Reins im heutigen Slowenien, mehrfach beleuchtet: kunsthistorisch in Bezug auf offensichtlich enge…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2004

    Das Paradoxe der Ich-Befindlichkeit in der Lyrik Ingeborg Bachmanns

    Zoltán Szendi
    …DAS PARADOXE DER ICH-BEFINDLICHKEIT IN DER LYRIK INGEBORG BACHMANNS von Zoltán S z e n d i , Pécs Abstract Der Lyrik Ingeborg Bachmanns liegt eine… …zurückzuführen, sondern auch auf eine tiefe Erschütterung, die das Ergebnis der paradoxen Daseinserfahrung und der konsequenten Selbstbefragung ist. A complex… …stellt in der Lyrik Ingeborg Bachmanns eine entscheidende, wenn nicht sogar die wichtigste Komponente dar. Es ist die adäquate Ausdrucksform nicht nur der… …paradoxen Aussagen, die die Rhetorik der meisten Gedichte Bachmanns charakterisieren, sondern zugleich jener Welterfahrung, in der eine ständige Ambivalenz zu… …sehen ist. 1 Der surrealistisch anmutenden, kühnen Metaphorik liegt eine vielschichtige Paradoxie zugrunde, die von einer schwierigen, konfliktgeladenen… …Ich-Befindlichkeit in der Lyrik Ingeborg Bachmanns Aus dem Widerspruch (die Vergänglichkeit, die jedem Leben eine unwiederbringliche Chance bietet, sich zu… …und ,anzusehen‘ haben zwar eine positive Bedeutung, da sie aber im Kontext relativiert oder gerade negiert werden, tragen sie mit ihrem anderen… …„gesehen“ eher eine Resignation. So spricht eine Person, die müde geworden ist und nichts Neues mehr vom Leben, von der „Welt“ erwarten kann. Das bestätigt… …die Welt näher und still.“ Wieder eine Paradoxie, denn die Verweise auf die räumlichen Entfernungen ,weit‘ und ,näher‘ zeigen nur auf den ersten Blick… …des eigenen Selbst: „Vielleicht kann ich mich einmal erkennen, / eine Taube einen rollenden Stein …“ Die Annahme, dass die genaue Benennung, das…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 1/2004

    „Vocabularius ex quo“. Überlieferungsgeschichtliche Ausgabe, Band VI: Frühneuhochdeutsches Glossenwörterbuch. Index zum deutschen Wortgut des „Vocabularius ex quo“. Auf Grund der Vorarbeiten von Erltraud Auer, Regina Frisch, Reinhard Pawis und Hans-Jürgen Stahl unter Mitwirkung von Markus Stock herausgegeben von Klaus Grubmüller, Niemeyer, Tübingen 2001, XII und 889 Seiten

    Reiner Hildebrandt
    …Geldgeber gewöhnlich zu tolerieren bereit sind. So gibt es in den edierten Bänden auch keinen Vermerk über eine geldgebende Institution für den Druck, sodass… …Variationsbreite der Graphien war natürlich eine nor- 133 Buchbesprechungen malisierte Lemmatisierung unerlässlich. Grubmüller beschreibt deren Prinzipien in der… …Einleitung unter dem Aspekt der lediglich angestrebten Orientierungshilfe: Aus den vorliegenden geschriebenen handschriftlichen Formen wird eine als… …Verein mit hochdeutschen vorkommen. Lediglich die allein stehenden niederdeutschen Wörter erfahren eine getrennte Berücksichtigung am Ende des Bandes in… …nägelein und näglein scheint dagegen eine Korrektur letzter Hand unterblieben zu sein. Eher willkürlich dürfte auch der Ansatz von einerseits freveligkeit…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2004

    Karneval in einer kleinen Stadt – Heinrich Manns Roman „Die kleine Stadt“ im Lichte Bachtins

    Heinrich Manns Roman „Die kleine Stadt“ im Lichte Bachtins
    Stefan Ringel
    …Roman „Die kleine Stadt“ spielt das Theater eine zentrale Rolle. Mit Hilfe seines karnevalesken Potentials im Sinne Bachtins erzeugt es einen Freiraum, in… …„Die kleine Stadt“, vollendet im März 1909, spielt in einer kleinen italienischen Provinzstadt. Eine Operntruppe reist an, um im renovierten Theater die… …Kleinstadtbevölkerung „für eine große, für eine durch Liebe geadelte Menschheit“ 1 stehen sollte, wie er in einem Werbeprospekt zum Roman schrieb, warum zeichnete er… …lächerlichen kleinen Stadt eine Art Held wird. Ich spreche nur von einem kleinen Volk, das, voll aller Laster und Niedrigkeit, dennoch in einem Augenblick der… …Liebe, verbrüdert auf seinem staubigen Stadtplatz, einen unwiderruflichen Schritt aufwärts thut, zur Größe. 5 Eine besondere Rolle spielt hierbei das… …in ihren Köpfen eine, wie Heinrich Mann sagt, „unrealistische Idee“, die dennoch Wurzeln schlägt und damit zu ihrer Vergeistigung beiträgt. 6 Was sich… …diesen Bauern lebt nur das Eine: Erde besitzen, – und wären dafür die Eltern totzuschlagen. Noch wenn sie lieben, hält die Erde ihre Kinder in ihrem… …Schmutz fest, eine Verlobung geschieht in einem Bach von Jauche; und rührend wird der Mensch nur eben durch seine Untrennbarkeit von ihr, seine Hingebung an… …, Veredlung? Sie stillt nur gerade den Hunger, und gibt nur gerade das Brot. 7 Und dann plötzlich trete eine enthusiasmierender Gedanke hinzu, der die Menschen… …Gemeinschaft vorgeworfen, das Geld für eine Operntruppe verschwendet zu haben; hätte er es in eine Dampfspritze investiert, hätte der bedrohliche Brand schneller…
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