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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2017

    Familienbande. Jüdische Assimilation und Überlieferung in Kafkas "Elf Söhne"

    Marcel Krings
    …Religionsthema des „Landarzt“-Bandes lässt sich aber zeigen, dass die Söhne bedeutende Figuren der jüdischen Tradition aufrufen, die zum Anlass für eine… …sorgenvolle Reflexion über den Zustand des Judentums in der Moderne und für eine bilderkritische Revision der Überlieferung im Sinne von Kafkas ‚Neuem Judentum‘… …solches Missverhältnis. „Vor dem Gesetz“ ist oft und furios gedeutet worden, auch der „Bericht für eine Akademie“ erfreute sich wie anderes mehr häufiger… …„Kafka-Handbuch“ vermerkt, der Text habe „weniger Beachtung“ gefunden als etwa „Ein Landarzt“ oder „Ein Bericht für eine Akademie“. Das ist zweifellos, angesichts… …der Verhältnisse aber auch ein wenig untertrieben. Zu den prominenten Texten des Bandes liegen unzählige Arbeiten vor, während die Beiträge zu „Elf… …Söhne elf Geschichten darstellen sollten, lag nahe, sie als die Texte des „Landarzt“-Bandes zu begreifen. Doch als welche? Die Identifikationsversuche der… …Forschung haben nur gezeigt, dass sich kein Sohn eindeutig einem bestimmten Text der Sammlung zuordnen lässt. Soll man wirklich hinter dem ersten Sohn den… …Josef K. aus dem „Traum“ vermuten? 4 Warum nicht Schmar aus dem „Brudermord“ 5 oder Bucephalus aus dem „Neuen Advokaten“? 6 Wer wäre der Sänger, als… …welcher der dritte Sohn beschrieben ist? Und soll man überhaupt glauben, Kafka habe ausgerechnet Brod, dem er sich in Sachen Schriftstellerei nie… …anvertraute, den Schlüssel zur Deutung in die Hand gegeben, ihn aber für den Rest der Leserschaft durch willkürliche Umstellungen der Textreihenfolge…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2021

    Im Gehäus

    Sanduhrstimmung als Widerfahrnis bei Karl Jaspers, Franz Kafka, Ernst Jünger, Hans Blumenberg und Sibylle Lewitscharoff
    Doren Wohlleben
    …Wohlleben, Marburg Für Mathias Mayer Gehäus und Sanduhr verweisen in der Kulturkritik (M. Weber, G. Simmel), Existentialphilosophie (M. Heidegger, K. Jaspers)… …und Literatur (F. Kafka, E. Jünger) der Moderne auf eine eigene ästhetische Raumzeit (un)behaglicher Passivität: Zeit wird als Widerfahrnis erfahren… …, die sich, so Jünger in seinem „Sanduhrbuch“, in der Tiefe anreichert. Sie setzen die Paradoxien der Moderne, deren Sehnsucht nach Behaustheit sowie… …links oberhalb des Kopfes der – so die seit Erwin Panofsky häufigste Interpretation2 – Allegorie auf die Künstlermelancholie, die vermeintlich untätig ins… …Leere starrt, ist eine Sanduhr angebracht. 1 Zu der Datierungsfrage der beiden im gleichen Zeitraum zusammen mit der Kohlezeichnung der am 16. Mai 1514… …verstorbenen Mutter des Künstlers entstandenen Kupferstiche vgl.: Ulrich Kuder: Dürers „Hieronymus im Gehäuse“. Der Heilige im Licht, Hamburg 2013, S. 7–16 sowie… …in der Mitte ihrer Tätigkeit, bzw. Untätigkeit. Nicht nur die Mitte, sondern auch Anfang und Ende der Zeit sind von ikonografischer Bedeutung… …: Totenschädel und Kreuz (Auferstehung) liegen bei dem „Hieronymus“-Stich auf einer Linie mit dem Kopf des Heiligen. Und hinter dem Engel auf der Sanduhr lässt… …sich bei der „Melencolia“ eine Sonnenuhrskala erkennen mit nur acht Ziffern und der Vier (IIII) als der letzten Stunde (Tod und Vergänglichkeit). Doch… …nicht die kulturhistorisch und symbolisch aufgeladenen Anfänge und Enden der Zeit spielen in Jüngers essayistischer Rezeption eine Rolle, sondern die…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/1998

    Friedrich von Hardenberg und Johann Gottfried Langermann

    Hermann F. Weiss
    …FRIEDRICH VON HARDENBERG UND JOHANN GOTTFRIED LANGERMANN von Hermann F. Weiss, Ann Arbor, Michigan/USA Abstract Von der Novalis-Forschung ist Johann… …Gottfried Langermann (1768–1832), mit dem der Dichter ab 1792 bekannt war, noch kaum beachtet worden. Als einer der ersten bedeutenden Psychiater in… …der Familie des Dichters geschätzt wurde und aufgrund seiner vielseitigen Bildung, seiner Forschungen und seiner beruflichen Erfahrungen ein anregender… …Gesprächspartner für ihn gewesen sein dürfte, insbesondere im Bereich der Medizin. Novalis scholars have paid almost no attention to Johann Gottfried Langermann… …Bekanntenkreis ist noch immer lückenhaft. 1 Hier soll auf eine von der Novalis-Forschung noch unbeachtete Persönlichkeit aufmerksam gemacht werden, nämlich… …„Langermann“, der in den Briefen an den Dichter aus dem Zeitraum November 1796 – Februar 1797 mehrfach erwähnt wird, ferner in seinen Briefen an Erasmus vom 20… …kurzes mit „J.G. Langermann“ gezeichnetes Schreiben an Hardenberg vom 23. Dezember 1796 überliefert, und die in der HKA enthaltene Zeittafel weist auf… …seine Eintragung vom 7. Dezember 1792 im Stammbuch des Dichters hin. 2 Der Stellenkommentar der HKA gibt keine nähere Auskunft über ihn, während es im… …: Novalis und Johanna von Manteuffel, in: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 38, 1997; ferner Vf.: Eine Reise nach Thüringen im… …Tennstedter Arzt handelt, sondern um eine bedeutende Persönlichkeit, nämlich Johann Gottfried Langermann (1768–1832), einen der Gründerväter der Psychiatrie in…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2022

    Jean-Marie Valentin: Hugo von Hofmannsthal et le Festival de Salzbourg (1917-1929). Traduction, présentation, annotation. Arras: Artois Presses Université 2020.

    Bernd Witte
    …: Artois Presses Université 2020. Wie der Untertitel des Werkes anzeigt, hat Jean-Marie Valentin eine umfassende Darstellung der Gründung und der ersten… …Festivals vor, sodann seine verschiedenen Charakteristiken Max Reinhardts, dem die entscheidenden Inszenierungen der ersten Jahre zu verdanken sind, und… …Französische übersetzt und als Trilogie interpretiert, mit der Hofmannsthal den Grundstein für den theatralischen Teil des Festivals und seinen internationalen… …gleiche Richtung: so der früheste, das Interview, das er 1919 unter dem Titel „Die Salzburger Festspiele“ als Faltblatt verteilen ließ, dann der kurze, aber… …die entscheidenden Elemente schon aufrufende Text „Deutsche Festspiele in Salzburg“, den er im April 1919 in den „Mitteilungen der Salzburger… …Festspielhaus-Gemeinde“ veröffentlichte, außerdem das „Repertorium“ von 1925 und „Das Salzburger Programm von 1926“, schließlich der Text „Zum Programm der Salzburger… …Festspiele“, den er im Juli 1928 in der Wiener „Neuen Freien Presse“ veröffentlichte, und als letzter „Das Publikum der Salzburger Festspiele“ ebenfalls 1928… …zusammen, kommentiert sie und verweist in seinen einleitenden Erläuterungen unter der Überschrift „Die souveräne Theatralität“ (La théatralité souveraine)… …auf ihre gemeinsame Tendenz hin, die Festspiele zu einem, mehr noch, zu dem Instrument einer Rettung aus der historischen Katastrophe zu machen, die… …dem Theater – also durch die Kunst und nicht in erster Linie durch die Politik – das Instrument einer ‚Heilung‘ mit Hilfe der Teilnahme an dem die…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2015

    Im "gesetzesleeren Raum"

    Zur inquisitorischen Logik von Rechtssätzen und Rechtssprichworten in Kafkas "Proceß"
    Maximilian Bergengruen
    …, Karlsruhe Aufbauend auf einer kursorischen Geschichte der Begriffe ‚Rechtssprichwort‘, ‚Rechtsspruch‘ und ‚Rechtssatz‘ (I.) soll in diesem Aufsatz gezeigt… …durch die nicht-kodifizierte, mündliche Tradierung der Rechtssätze unterlaufen. Die Argumentation der Wächter macht deutlich, dass es möglich ist, sie als… …mit ihm zusammenfällt (V., VII., VIII.). Dieses Rechtsverständnis des reinen Vollzugs wird, wie ich argumentieren möchte, in der inquisitorischen Logik… …der auf Dauer gestellten Voruntersuchung, in der sich K. befindet (II.), Wirklichkeit. Starting with a cursory history of the concepts… …kümmern“. Block wehrt sich gegenüber der damit verbundenen impliziten Behauptung, der Advokat „demütig[e]“ ihn, mit folgenden Worten: 217 Maximilian… …Vieren krieche, dann erinnere ich Sie an den alten Rechtsspruch: Für den Verdächtigen ist Bewegung besser als Ruhe, denn der welcher ruht kann immer, ohne… …es zu wissen, auf einer Wagschale sein und mit seinen Sünden gewogen werden (261 f.; Herv. MB). 1 Der von Block zitierte „Rechtsspruch“ ist in der… …Tradition nicht überliefert. Bemerkenswert ist jedoch, dass es im Vokabular des „Proceß“ den Begriff des „Rechtsspruch[s]“ gibt. Und zwar genau in der… …Bedeutung, die man dem Sprichwort und im engeren Sinne auch dem Rechtssprichwort zumisst. Auch wenn der Satz von der Ruhe und der Waagschale nicht der… …und ist in sich, im Gegensatz zur sprichwörtlichen Redensart, vom Inhalt wie von der Form her geschlossen. 2 Die gleichen Regeln gelten im Übrigen, auch…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 1/2012

    Oblique Lektüren. Ein Versuch zu: Jan-Dirk Müller, Höfische Kompromisse. Acht Kapitel zur Höfischen Epik, Niemeyer, Tübingen 2007

    Hartmut Bleumer
    …der germanistischen Mediävistik. Dass sie die Entwicklung des Faches geprägt haben, ist unbestreitbar, weniger deutlich ist indes immer noch die… …, und sie operieren zugleich jenseits von Gattungsbegriffen (36). Das wissenschaftliche Ensemble der Studien versteht sich damit als Vorschlag zu einer… …kulturwissenschaftlich gewendeten Literaturwissenschaft, der seinerseits widersprüchliche historische Ensembles von Vorstellungen, Institutionen und diskursiven Praktiken… …der mittelalterlichen Gesellschaft fokussiert. Das Spezifische dieser historischen Ensembles besteht dann in ihrem Versuch, die ihnen inhärenten… …höfischer Literatur. Damit scheinen sie jedoch der terminologischen Fixierung in der Einleitung zu entgehen. Darum dürfte es der inhärenten Logik der Lektüren… …müssen, dass dieses Buch mit seiner Fülle von Beobachtungen, Umwertungen und temperamentvollen Thesenbildungen ohne genaue Kenntnis der Texte und der… …kulturellen Ensembles des Höfischen, die Müller im Auge hat, halten sich nicht an die Gattungsgrenzen der traditionellen Literaturwissenschaft. Darum setzen die… …Studien breit an. Sie beginnen bei der Helden-, der antikisierenden und der Bibelepik, greifen dann auf höfische Romane und ihnen verwandte Formen über und… …kehren von hier aus wieder zu anderen Epenformen zurück. Zugleich ist die Ebene des Zugriffs weder die der dominanten narrativen Handlungsmuster oder… …Sinnlinien, noch die der Erzählerkonzepte und der Narrationen. Vielmehr geht es um elementare imaginäre Dispositionen in den Texten, die konfligierende…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 1/2026

    Anja Stehfest: Die Briefe Christiana von Goethes. Studien zur Sprach- und Kulturgeschichte um 1800

    Marko Neumann
    …„Sprachgeschichte von unten“ 1 reißt das Interesse an der Alltagsschriftlichkeit ungeübter Schreiberinnen und Schreiber des (Mittel-)Neuhochdeutschen nicht ab… …. Während sich der Fokus bisheriger Studien vor allem auf Privatbriefe richtete, die unter außergewöhnlichen Lebensumständen (z. B. Auswanderung, Krieg… …Ehefrau Johann Wolfgang von Goethes (ab 1806) Bekanntheit erlangt hat. Trotz ihrer Sonderstellung an der Seite des berühmten Dichters war ­Christiana eine… …Schreiberin ‚wider Willen‘: Der Tochter eines in finanzielle Not geratenen Vaters standen nur begrenzte Möglichkeiten offen, um ausgeprägte Schreibfähigkeiten… …deutlich in das Paradigma der „Sprachgeschichte von unten“ ein. Christianas Briefe begleiten Stehfests Forschungstätigkeit seit vielen Jahren. Sie waren… …bereits Gegenstand ihrer Examensarbeit, die – wie die Verfasserin selbst betont – „als Vorstudie und Vorstufe zu der vorliegenden Arbeit anzusehen ist und… …dieser teilweise zugrunde liegt“ (S. 2, Anm. 8). Darüber hinaus hat Stehfest mehrere Aufsätze zum Thema publiziert und sich darin u. a. mit der Frage einer… …angemessenen Benennung der Schreiberin befasst. Sie kommt zu dem begründeten Urteil, dass „in wissenschaftlichen Arbeiten Christiana als maßgeblicher… …, quellengestützter Vornamenvariante [gegenüber Christiane als heute allgemein üblicher Form, M. N.] der Vorzug zu geben ist“. 2 Diese Empfehlung wird in der… …Alltagsdeutsch im 19. Jahrhundert, Tübingen 2005. 2 Anja Stehfest, Barbara Aehnlich: Sozio- und pragmaonomastische Implikationen der Benennungspraxis am Beispiel…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2013

    Andreas Stuhlmann: "Die Literatur - das sind wir und unsere Feinde". Literarische Polemik bei Heinrich Heine und Karl Kraus

    Dirk Rose
    …Schriftstellern, die dort als stilistische Vorbilder angeführt werden, befinden sich mit Heine und Nietzsche einige der bekanntesten Polemiker deutscher Sprache… …. Der Verdacht drängt sich auf, es bestehe ein mehr als nur zufälliger Zusammenhang zwischen literarischem und dezidiert polemischem Schreiben. Umso… …verwunderter nimmt man zur Kenntnis, dass diese Thematik in der literaturwissenschaftlichen Forschung nach wie vor keine besondere Beachtung genießt, auch wenn… …. Der Forschungslage bzw. deren Defiziten geschuldet, beginnt das Buch mit einer Art Gesamtüberblick über das Feld ‚Literarische Polemik‘ vom 18… …übergeordnete Gattung von Texten zu verstehen ist“ (21). Aber als was stattdessen, verrät der Autor nicht. Jedenfalls wird aus dieser Erkenntnis die… …Effekten seitens der Textproduzenten geprägt sei. So treffend die einzelnen Beobachtungen beispielsweise zur „Figuration des Agon“ (28-32) sind, wo die… …Öffentlichkeitsmodell verhaftet, das von einer „professionalisierten Trennung von Sendern und Rezipienten“ (38) ausgeht. Der größte Abschnitt der Einleitung ist dieser… …Öffentlichkeitsbezug ergeben. Angesichts des digitalen ‚shitstorm‘ unserer Tage erscheinen manche der beschriebenen Muster erstaunlich gegenwärtig. Allerdings erklärt… …ein solcher Zugriff weder die Emergenz und Funktion des Polemischen in der Moderne, noch – und das scheint ein mindestens ebenso gewichtiger Einwand zu… …diffusen Öffentlichkeitsbegriff hin zu überschreiten, der dann nicht mehr Instanz, sondern nur noch mobilisierbare Masse bedeutet (und mit rationalisierter…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2001

    "Gesegnete Vergänglichkeit". Hanns Johsts literarische "Vergangenheitsbewältigung'

    Rolf Düsterberg
    …Abstract „GESEGNETE VERGÄNGLICHKEIT“ Hanns Johsts literarische ‚Vergangenheitsbewältigung‘ von Rolf D ü sterberg, Osnabrück Der völkische Dichter… …Vergänglichkeit“. Der in seiner ersten Fassung extrem antisemitische, den Aufstieg des Nationalsozialismus verherrlichende Text war bereits 1943 fertig gestellt, bis… …Kriegsende jedoch nicht mehr veröffentlicht worden. Nun, 1955, präsentierte Johst einen „neuen Roman“ der – nach einigen Streichungen und Modifikationen –… …nach dem Kriege, der Roman „Gesegnete Vergänglichkeit“. Er sollte auch die letzte Buchveröffentlichung des damals 65-jährigen Dichters bleiben, der… …einem über achtjährigen Spruchkammerverfahren zum endgültigen Abschluss bringen können, in dessen Verlauf der Beschuldigte hinsichtlich seiner… …Publikationsverbot belegt. Nachdem der bayerische Kassationshof diese Entscheidung im August 1951 aufgehoben hatte, reihte die Berufungskammer München den Dichter Ende… …dieses Jahres in die Gruppe II der „Belasteten“ ein. Jahrelange Bemühungen Johsts und vor allem seines gewieften und überaus zähen Rechtsanwalts Dr. Alfred… …Abschluß der politischen Befreiung“ (1950) ein, weil „der Betroffene nicht hinreichend verdächtig war, Hauptschuldiger oder Belasteter zu sein“. Deshalb… …hätte er seinerzeit – vor Erlass des Abschlussgesetzes – in die Gruppe III der „Minderbelasteten“ rubriziert werden müssen. Nach Annahme der Entscheidung… …strafrechtlich nicht mehr zu belangen. Die Kosten des jahrelangen Verfahrens fielen der Staatskasse zur Last. 1 Der bereits seit Beginn der zwanziger Jahre…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2015

    Hans-Thies Lehmann: Tragödie und dramatisches Theater.

    Claude Haas
    …der selbsterklärten Nietzsche- Nachfolge über die Drastik ihres Schreckens noch als negativistische Epiphanie anzupreisen versuchte und er jede… …Behauptung eines außerästhetischen Gewinns der Tragödie als „ethische Propaganda“ 3 abkanzelte, überwiegen derzeit – dies gilt v.a. für Ette und Lehmann –… …ideologie-, vernunft- und kulturkritische Untersuchungen der Form. Dies ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert. Zum einen stand die Tragödie in der… …klassischen Ideologiekritik oft unter dem Verdacht der Konspiration mit metaphysischen oder soziopolitischen Instanzen der Repression. Blieb sie dort in der… …Regel entsprechend ein bloßer Gegenstand der Kritik, so avanciert sie nunmehr zusehends zu deren Gründungsurkunde. Über die ‚Kritik‘ (an) der Tragödie… …verfügt den neueren Arbeiten zufolge nämlich nicht mehr nur jener Leser oder Zuschauer, der sie gegen den Strich zu lesen versteht. Die Kritik an ihren… …immer schon in die Abgründe sowohl der Mündigkeit als auch des Subjekts geblickt hat. 1 Karl Heinz Bohrer: Das Tragische. Erscheinung, Pathos, Klage… …, München 2009, S. 11. 2 Vgl. Wolfram Ette: Kritik der Tragödie. Über dramatische Entschleunigung, Weilerswist 2011; Bernhard Greiner: Die Tragödie. Eine… …Literaturgeschichte des aufrechten Gangs. Grundlagen und Interpretationen, Stuttgart 2012. Vgl. darüber hinaus den gehaltvollen Sammelband Die Tragödie der Moderne… …[Anm. 2] dieses Spiel, indem er die Selbstkonstitution der Tragödie auf der Möglichkeit ihrer Selbstkritik fußen lässt. Vgl. zu Ette meine Rezension in…
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