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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    Martin Heidegger: "Übungen für Anfänger - Schillers Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen".

    Für Wolfgang Riedel zum 60. Geburtstag
    Walter Hinderer
    …nicht etwa den elften Brief, der bereits in einer Art Stenogramm Konzepte von „Sein und Zeit“ enthält. Der folgende Artikel analysiert kritisch die… …Gedankengänge und Interpretationsversuche Heideggers und dessen Grundsatzkritik an Schillers angeblichem „Vernunftstandpunkt“. Heideggers Auslegung der Briefe… …trägt wenig zu der Einsicht in die grundlegenden zeitgeschichtlichen, kulturellen und ästhetischen Fragestellungen bei, die dort ebenso vielseitig wie… …einem Essay von Odo Marquard, Stuttgart 2005. Nachweise erfolgen im Text in Klammern mit Angaben der Seitenzahl. Schillers Werke werden zitiert nach… …folgenden Editionen: Schillers Werke. Nationalausgabe, begründet v. Julius Petersen, fortgef. v. Lieselotte Blumenthal, Benno von Wiese, hg. im Auftr. der… …: Sämtliche Werke in 5 Bänden, auf Grund der Textedition v. Herbert G. Göpfert hg. v. Peter-André Alt, Albert Meier, Wolfgang Riedel, München 2004 (Sigle: Ha)… …autorisierte Mitschrift handelt, veranschaulicht sie die Lehrmethode Heideggers, seinen didaktisch bohrenden Fragestil, der keineswegs dialogisch angelegt ist… …, ebenso wie eine gewisse Einseitigkeit und Willkür in der Interpretation. Der in dem Seminar öfter als spiritus rector von Schillers Gedankengängen zitierte… …Immanuel Kant unterschied in einem Kapitel seiner „Metaphysik der Sitten“ zwischen einer akroamatischen Lehrmethode, bei der alle Schüler „bloße Zuhörer“… …sind, und einer erotematischen, bei welcher „der Lehrer das, was er seine Jünger lehren will, ihnen abfrägt“. 2 Die erotematische Lehrart kann dabei…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    "Die Fakten Lügen strafen". Zur Ambiguität des Autobiographischen in Günter Grass' "Beim Häuten der Zwiebel"

    Lily Tonger-Erk
    …„DIE FAKTEN LÜGEN STRAFEN“. Zur Ambiguität des Autobiographischen in Günter Grass’ „Beim Häuten der Zwiebel“ von Lily Tonger-Erk, Tübingen Abstract… …Der Beitrag führt den Begriff ‚Ambiguität‘ zur Beschreibung der Gleichzeitigkeit von Referentialität und Fiktionalität in Günter Grass’ Autobiographie… …„Beim Häuten der Zwiebel“ ein und zeigt, wie ein der Gattung eignender Faktizitätsanspruch, der in der Debatte um Günter Grass’ Mitgliedschaft in der… …Waffen-SS emphatisch als Wahrheitsforderung formuliert wurde, durch die ambige Darstellung der autobiographischen Erinnerung unterlaufen wird. The article… …introduces the term ‘ambiguity’ in order to describe the simultaneity of referentiality and fictionality in Günter Grass’s “Beim Häuten der Zwiebel” [‘Peeling… …argument focuses on how the ambiguous presentation of autobiographical memory undermines this claim. Günter Grass’ Autobiographie „Beim Häuten der Zwiebel“… …hat bei ihrer Veröffentlichung 2006 eine immense öffentliche Debatte verursacht. 1 Im Mittelpunkt der Diskussion stand Grass’ bis dahin unbekannte… …Mitgliedschaft in der Waffen-SS als Siebzehnjähriger. Gerade in Bezug auf dieses moralisch brisante biographische Detail wurde in mehreren Rezensionen und… …Kommentaren Grass’ mehrdeutige Erzählweise kritisiert und der Ruf nach Faktizität, Klarheit und Eindeutigkeit erhoben. 2 An den zum Teil polemischen Kritiken… …bemängelt Dirk Kurbjuweit im „Spiegel“, „,Beim Häuten der Zwiebel‘“ sei „nicht gerade ein Dokument der Klarheit“. 3 In einer Autobiographie, „wo es um…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    Daniel Weidner: Bibel und Literatur um 1800, Wilhelm Fink, München 2011 (Reihe Trajekte).

    Michael Niehaus
    …unbestimmten Titel wie „Bibel und Literatur um 1800“ vorstellen, wenn der Untertitel fehlt, mit dem ein Verfasser sein Thema gewöhnlich spezifiziert und… …konkretisiert? Geht es um Bibeldichtungen? Um die Ursprünge moderner Textkritik? Um die Revolutionierung der Hermeneutik am Leitfaden der Auslegung des Neuen… …Testaments? Um die Kunstreligion der Romantiker? Um die Poesie des Alten Testaments? Um Probleme der Übersetzung des heiligen Textes? Um biblische Zitate und… …Weidner gibt in seiner Einleitung eine Auskunft, durch die sich das Unternehmen vollends dem Verdacht der Uferlosigkeit aussetzt: Es handle sich bei dieser… …historischen Situierung eher um eine „Verlegenheitslösung“. Weidner selbst spricht von der „Epoche von 1730 bis 1850“ (14) und damit von einem Zeitraum, der… …, dass der wissenschaftliche Diskurs dazu neigt, über die Religion und das Religiöse in unzulässigen Verallgemeinerungen zu sprechen (der Monotheismus, das… …wundert es 591 Buchbesprechungen nicht, dass Vorstufen einiger der elf Kapitel dieses Buches bereits seit 2003 in literatur- und religionswissenschaftlichen… …Fachzeitschriften erschienen sind. Dass trotzdem ein Ganzes aus diesem Buch geworden ist, liegt nur indirekt an der Einschränkung ‚um 1800‘ und an der damit… …verbundenen Wiederkehr einiger Protagonisten (Herder, Schleiermacher, Michaelis). Es liegt vor allem am Bezug auf den Schlüsselbegriff der Säkularisierung, der… …das Ganze zusammenhält. Dieser Bezug ist aber vor allem negativ bestimmt. Im Grunde ist Weidners Buch der Versuch, auf jedem der von ihm untersuchten…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    Walter Hinderer: Schiller und kein Ende. Metamorphosen und kreative Aneignungen, Königshausen & Neumann, Würzburg 2009.

    Yvonne Nilges
    …einer der renommiertesten Schillerforscher, hat zu Schillers 250. Geburtstag eine Würdigung des Dichters vorgelegt, die zumal die Aktualität des Weimarer… …Klassikers anhand verschiedener Themenkomplexe – der „Metamorphosen“ und der „kreativen Aneignungen“ – in den Blick nimmt. „Gestaltenlehre ist… …Verwandlungslehre“, zitiert das Vorwort programmatisch aus Goethes Definition der Morphologie (7); wie sich nun Schiller stetig weiterverwandelte und repräsentative… …Darstellung gliedert sich in zwei Hauptteile, deren erster Schiller und dessen Werk gewidmet ist, während der zweite die ästhetisch produktive Schiller-… …Auspizien der ‚doppelten Gestaltenlehre‘. Geradewegs kriminalistischen Charakter entfaltet etwa der Eingangsbeitrag, der Schillers dreifacher Bestattung (im… …Kassengewölbe, in der Großherzoglichen Bibliothek sowie der Fürstengruft) nachspürt und das unlängst beendete Projekt des „Friedrich-Schiller- Codes“ so fesselnd… …nacherzählt, dass man unweigerlich an Schillers Kriminalgeschichten zu denken angehalten wird. Hinderer gelingt es, auf der Suche nach Schillers verlorenem… …Schädel eine analytische Spannung aufzubauen, die der differenzierten Ausstellung der Klassik-Stiftung Weimar im Schiller-Museum 2009/2010 – „Physiognomie… …einer fixen Idee“ – auf narrative Weise kongenial entspricht. Ebenfalls unter dem Motto der „Metamorphosen“ steht der zweite Beitrag über „Die… …es ist kein anderer Weg möglich von der Kindheit zur Vollendung.“ (61) Thematisiert werden hier Schillers Anthropologie und die Psychophysiologie an…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    Ingo Stöckmann: Der Wille zum Willen. Der Naturalismus und die Gründung der literarischen Moderne 1880-1900, Walter de Gruyter, Berlin, New York 2009

    Johannes F. Lehmann
    …Buchbesprechungen Ingo Stöckmann: Der Wille zum Willen. Der Naturalismus und die Gründung der literarischen Moderne 1880–1900, Walter de Gruyter… …, Berlin, New York 2009. Zwischen 1880 und 1900 herrschen – einerseits – literaturgeschichtlich unordentliche Verhältnisse. Die späten Werke der großen… …,Realisten‘ (geboren um 1820) entstehen in den 80er Jahren und noch bis in die 90er Jahre hinein; zu Beginn der 80er Jahre begehrt eine junge Generation… …(geboren um 1860) mit einem realistischen ,Naturalismus‘ auf, der aber bereits 1891 schon wieder ,überwunden‘ wird, obgleich seine zentralen Texte bis in die… …Mitte der 90er Jahre geschrieben werden. Zugleich aber finden sich eine Fülle weiterer Epochenbegriffe oder Strömungen wie ‚Fin de Siècle‘, ‚Décadence‘… …vorgenommen werden. 1 Eine klassische literaturgeschichtliche Periodisierung in diesem Bereich nun folgt der These Hermann Bahrs, der zufolge die Moderne als… …Kritik oder Überwindung des Naturalismus begriffen wird. 2 Hier setzt die Arbeit von Ingo Stöckmann an, um gegen diese, die Selbstbegründungen der Moderne… …letztlich nur nachschreibende, Grenzziehung umgekehrt die „horizontbildenden Leistungen“ (39) des Naturalismus für die Herausbildung der ästhetischen Moderne… …herauszuarbeiten. Stöckmann unternimmt nichts Geringeres als eine große und vor allem sehr breit angelegte Wiedergewinnung des Naturalismus für die Genese der… …Moderne. Diesen Anspruch, einen neuen Blick auf den Naturalismus zu erproben und dabei auch viele im Prozess der auf wenige „Spitzenleistungen“ (39)…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    Sabine Mainberger: Experiment Linie. Künste und ihre Wissenschaften um 1900, Kulturverlag Kadmos, Berlin 2010.

    Armin Schäfer
    …neuesten technischen Produkten verbinden sollte, war eine ‚lineare Schönheit‘ der Exponate. Sabine Mainberger nimmt in ihrer Studie „Experiment Linie. Künste… …und ihre Wissenschaften um 1900“ die Krefelder Ausstellung zum Ausgangspunkt einer Rekonstruktion von Theorien der Ästhetik und Kunst. Das… …formalästhetische Prinzip der Linie dient zum Leitfaden, um Theorien von Alois Riegl, Adolf Hildebrand, Aby Warburg und Paul Valéry zu rekonstruieren und hierfür eine… …Bergengruen: Fluch der dritten und vierten Generation. Neurasthenie, Vererbung und göttlicher Zorn in Theodor Storms „Der Schimmelreiter“, in: Neurasthenie. Die… …Krankheit der Moderne und die moderne Literatur, hg. v. Maximilian Bergengruen, Klaus Müller-Wille und Caroline Pross, Freiburg/Breisgau 2010, S. 73–102. 1 Zu… …dieser Ausstellung siehe Farben des Lichts. Paul Signac und der Beginn der Moderne von Matisse bis Mondrian, Ausstell. -Kat. Westfälisches Landesmuseum… …privilegierte Mittel in der Kunst und wird für künstlerische Experimente genutzt. Andererseits ist die Linie ein Objekt, das selbst experimentell erforscht wird… …oder aber bei der experimentellen Erforschung des Lebens anfällt, wenn graphische Aufzeichnungen von Zuständen, Tätigkeiten oder Verhaltensweisen… …1900 nicht im Ausgang von den Praktiken des Experimentierens oder den Aufzeichnungsverfahren der Laboratorien, sondern im Hinblick auf Begriffe wie… …Ausdruck, Kraft oder Energie, die in der experimentellen Physiologie und Psychologie verwendet wurden. Kunsttheorie und Ästhetik können sich auf diese…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    Constanze Breuer: Werk neben dem Werk. Tagebuch und Autobiographie bei Robert Musil, Olms, Hildesheim, Zürich, New York 2009.

    Corinna Sigmund
    …Erscheinen dieser Arbeit, in der die Tagebücher von Robert Musil als integrativer Bestandteil seines Œuvre gelesen werden, fällt zusammen mit der lange… …sämtliche Werke, Briefe und nachgelassenen Schriften vereinigt, tragen der notwendigen Erkenntnis Rechnung, dass Musils privates Schreiben nicht von seinem… …besteht ein immer manischer werdender Anspruch an die Exaktheit des eigenen Ausdrucks. Im Inneren dieses Konflikts kristallisiert sich der Gedanke des… …in diesem Arbeitstitel deutliche Parallele zum „Mann ohne Eigenschaften“ führt Breuer der These entgegen, dass die Autobiographie ein mögliches… …, dass der Krieg im „Mann ohne Eigenschaften“ eine teleologische Rechtfertigung erhält, weil die Verarbeitung im Roman einer retrospektiven Sinngebung… …gleichkommt. Diese Taktik der Sinngebung gerät ins Stocken, als sich die Arbeit am „Mann ohne Eigenschaften“ zunehmend als nicht zu bewältigen gestaltet. Die… …Zweifel und das Ringen um das Werk münden in ein Gefühl des Scheiterns und der Kontingenz des eigenen Lebens. Die Tagebücher und die darin entwickelte Idee… …einem Ebenenwechsel, dem Schreiben-überdas-Schreiben, auszuweichen, gelangt Musil laut Breuer in Heft 35 an einen Wendepunkt, der auch den Höhepunkt… …genauen Analyse zeigt Breuer, wie die Naturbeschreibungen der Tagebücher, in denen Musil die „Methode der kleinstmöglichen Differenz“ (312) sowie „sein… …poetisches Verfahren des Umkreisens, der Periphrase“ (116) entwickelt, in die Erfassung des ‚anderen Zustands‘ eingehen – jener Utopie, die den…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    Friedrich Balke: Figuren der Souveränität, Wilhelm Fink, München 2009.

    Sigrid G. Köhler
    …Buchbesprechungen Friedrich Balke: Figuren der Souveränität, Wilhelm Fink, München 2009. Souverän ist, wer „letztinstanzlich“ entscheidet, so das… …geläufige Begriffsverständnis. 1 Mit Jean Bodin verengt sich im 16. Jahrhundert der bis dahin sehr weite Begriff, wird er doch fortan in der politischen… …Theorie für diejenige Instanz reserviert, die die öffentliche Gewalt und insbesondere die der Gesetzgebung inne hat. Der Souverän steht dabei an der Spitze… …Entscheidungsmacht haben und mit dieser ein vor allem juridisch kodiertes Feld beherrschen, um solche Figuren soll es also in der 2009 erschienenen… …Habilitationsschrift „Figuren der Souveränität“ des Philosophen Friedrich Balke gehen. Mit der Wahl dieses ebenso kurzen wie prägnanten Titels ist allerdings nur ein… …Interesse, das sich nicht ausschließlich an der argumentativen Entfaltung und der logischen Abfolge von Aussagen ausrichtet, sondern auch den… …lassen (10). Balkes Studie verlässt somit traditionelles philosophisches Terrain und analysiert historische Positionen der politischen Theorie aus kultur-… …Texten und historischen Bildern ein, weil in diesen „die Probleme und Aporien der politischen Verkörperung“ der Souveränität und des Sozialen „häufig auf… …eine direktere, konzentriertere und zugespitztere Weise verhandelt werden als in der politischen Theorie“ (510). Den Begriff der Figur will Balke in… …: Historisches Wörterbuch der Philosophie, hg. v. Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Bd. 9, Basel 1995, S. 1103–1109, hier: S. 1103. 614 Buchbesprechungen verfolgt…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    Peter Risthaus: Onto-Topologie. Zur Entäußerung des unverfügbaren Ortes, Diaphanes, Zürich 2009.

    Carsten Strathausen
    …Redundanzen und ermüdender Wiederholung der konstitutiven Paradoxien dekonstruktivistischen Denkens. Das wirft – der Intention des Autors entgegen – eben doch… …die Frage nach der diskursiven Anschlussfähigkeit solcher Paradoxien auf. Im Zentrum des Buchs steht die Frage nach dem Ort des Denkens. Grundlegend ist… …Risthaus’ – mit Heidegger getroffene – Unterscheidung zwischen Ort und Raum. Gemeint ist damit der Gegensatz zwischen der (von Max Weber, Georg Simmel, Georg… …Menschen einerseits und der (von Bacon, Galilei und Newton inaugurierten) Objektivität des szientistisch-technischen Raums andererseits. Wie andere Denker… …der Moderne hat Heidegger beide Phänomene bekanntlich in Beziehung zueinander gesetzt: Der Verlust des erlebbaren Ortes ist der Preis für das… …wissenschaftlich-technische Verständnis der Welt als eines immer schon gegebenen, leeren Raumes gefüllt mit vorhandenem ,Zeug‘. Die vergegenständlichende Beobachtung dieses… …Welt-Raums, der einschließt, was nach Wittgenstein der Fall ist, muss notgedrungen vom spezifischen Ort des Betrachters abstrahieren, um… …objektiv-allgemeingültige Resultate zu erzielen. Das wissenschaftliche Denken der Moderne ist deshalb, seinem Wesen nach, „atopisch“, im buchstäblichen Sinne „ort-los“… …, wie Risthaus überzeugend darlegt: „Der Raum wird im geometrisch-mechanischen Entwurf der Welt belassen, dem Register des Vorstell- und Begreifbaren; der… …Ort dagegen bleibt als Spur eigenwillig in der Sprache zurück.“ (16) Ungeachtet dieser grundlegenden Unterscheidung von Ort und Raum beschäftigt sich…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 4/2012

    Natalie Binczek, Georg Stanitzek (Hg.): Strong ties / Weak ties. Freundschaftssemantik und Netzwerktheorie, Winter, Heidelberg 2010 (Beihefte zum Euphorion, Zeitschrift für Literaturgeschichte, Heft 55).

    Christine Weder
    …(Beihefte zum Euphorion, Zeitschrift für Literaturgeschichte, Heft 55). Wehe dem, der heute nicht vernetzt ist! Parallel zum gegenwärtigen… …beidseits irritierend, bedeutet doch nach alteuropäischer Tradition der Besitz vieler Freunde (Polyphilie) zugleich den Verzicht auf wahre Freundschaft… …Irritation zum Anlass gegenwartsdiagnostischer Klage zu nehmen (etwa: ,Was sind denn diese Vernetzten heutzutage noch für Freunde?!‘), sucht der von Natalie… …Binczek und Georg Stanitzek herausgegebene Sammelband, der in der Reihe „Beihefte zum Euphorion“ bei Winter erschienen ist, daraus eine analytische… …(13) besprochen werden. Mit der Fokussierung von „soziale[n] Netzwerke[n] der Freundschaft“ seit der Frühen Neuzeit ist ein „Beitrag zu einer… …Modernisierung der Sozialgeschichte der Literatur“ ebenso angestrebt wie der Nachweis der „Anschlussfähigkeit dieses literaturhistorischen Paradigmas“ an den… …„aktuellen kulturwissenschaftlichen Diskurs“ (13). Eine zentrale Analysekategorie dafür akzentuiert bereits der Titel des Bandes: „Strong ties“ versus „weak… …ties“ bildet die Leitdifferenz im bis heute einflussreichen netzwerktheoretischen Beitrag „The Strength of Weak Ties“ (1973) von Mark Granovetter. Der… …insbesondere bei der Überbrückung größerer sozialer Distanzen, etwa bei der sozialen Mobilität oder der Verbreitung von neuen Informationen, effizientere Kanäle… …automatisch affinen Thematiken von Freundschaft und Netzwerk zu verbinden und, wenn möglich, darüber hinaus in irgendeiner Weise mit der Sphäre der Literatur zu…
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