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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Die Welt als Hasard und Vorstellung

    Schnitzlers Novelle "Spiel im Morgengrauen"
    Markus Lorenz
    …Vorkriegszeit zeitigt eine besondere analytische Schärfe der Distanz. Obgleich die kriegerische Epochenwende nirgends genannt wird, bestimmt sie implizit die… …literarische Darstellung des ‚Davor‘ und schafft eine ähnliche erzählerische Doppelperspektive wie in Thomas Manns „Zauberberg“. Gerade die (bei Schnitzler… …Bewusstseinskreises von Imagination, Intellekt und eingeschränktem Streben. Kasda kann als literarische Konzeptfigur angesehen werden, als eine Inkarnation des… …eine Neigung hat. Sie ist ihm nämlich an sich interessant, weil sie ihn bewegt; aber zugleich sagt ihm die abstrakte Erkenntnis, daß sie ihn zwecklos in… …dialektische Begriffssynthese zur vorrationalen Identität ein. Die ‚Ringförmigkeit‘ der ‚Enden‘ der Welt – streng genommen eine contradictio in adiecto –… …Erscheinungen nach dem Satz vom Grunde reversibel. Auch die katastrophale novellistische Stringenz von „Spiel im Morgengrauen“ weist eine sich zum Zirkel… …semiologisch-strukturalistischer Überlegungen Mukarovskys, nach denen eine textinterne soziale Realität mittels poetisch innerästhetischer Stoffintegration eines sozialen ‚Außen‘… …metaphorisch vermittelt werde. „Das Kunstwerk funktioniert als Zeichen, um an Mukarovsky zu erinnern, in seinem Verweis auf eine Realität, die es aus sich selbst… …Bürgerlichkeit stattfindet.“ (Ebd., S. 74.) 245 Markus Lorenz Schicksal versus Geschehenskontingenz Der Begriff des Schicksals verweist auf eine transzendente… …Zeichen zusammen. Kasdas bloß reaktives Handeln ist ausschließlich von äußeren Zufällen bestimmt, denen eine ebenfalls rein äußerliche Scheinkohärenz des…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Poetik und Ethik der kleinen Form: Franz Kafka, Robert Musil, Heiner Müller, Michael Köhlmeier

    Claudia Öhlschläger
    …Signifikanz ausbildet, Roland Barthes’ Lektüre der japanischen Ding-Kultur, die auf eine „Erschütterung des Sinns“ ausgerichtet ist und Carlo Ginzburgs… …Kleine Prosaform der Moderne transportiert eine Ethik, in der die Bindung des Menschen an das Kreatürliche in einem durchaus irritierenden und verstörenden… …quantitativen Merkmalen orientierten Bestimmung kleiner literarischer Formen aus dem Blick, dass sie ein qualitatives Profil ausbilden, das es erlaubt, über eine… …spezifische Ästhetik des Kleinen nachzudenken. Eine solche Ästhetik des Kleinen in qualitativer Hinsicht wurde in verschiedenen Disziplinen und unter durchaus… …beispielsweise dort, wo Kafka eine kleine, nicht etablierte Schreibweise hervorbringt, in der sich Alterität, Fremdheit, Außenseitertum im Sprachgestus… …materialisieren: Ein Problem der Minderheiten. Das Problem einer kleinen Literatur, aber auch unser aller Problem: Wie kann man der eigenen Sprache eine Literatur… …aufzwingen, die fähig ist, die Sprache auszugraben und sie freizusetzen auf eine nüchtern-revolutionäre Linie? Wie wird man in der eigenen Sprache Nomade… …, Trapezkünstler, Landvermesser agieren, oder gar Tiere, die aus der menschlichen Ordnung herausfallen, asignifikante Laute produzieren oder eine stumme… …deterritorialisieren. Kafka selbst hat vor allem in seinen Tagebüchern immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass eine Möglichkeit des Auswegs in der Verwandlung ins… …Kleine bestehen könne. Eine aphoristische Aufzeichnung lautet: „Zwei Möglichkeiten: sich unendlich klein machen oder es sein.“ 5 In seinem Vortrag über…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift f?r deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Herr seiner Zeit

    Peter Handkes "Don Juan" und das heilsame Abenteuer des Erzählens
    Thorsten Carstensen
    …frühesten Anfängen auszeichnet und das darauf abzielt, jeder im Prozess des Schreibens aufkommenden Begrifflichkeit eine neue Naivität entgegenzusetzen… …sich zur narrativen Einheit. Im Folgenden wird zu zeigen sein, dass sich „Don Juan“ somit als eine Art fiktionale Poetik erweist, die zahlreiche jener… …Gewicht der Welt“ als „zweckfreie Wahrnehmungen“ 4 bezeichnet – ein Anspruch, der eine unbedingte „Offenheit des Menschen für die Welt“ 5 verlangt und als… …Topos seit der „Langsamen Heimkehr“ (1979) im Werk Handkes eine herausragende Stellung einnimmt. Während der Text seinen Titelhelden als pflichtbewussten… …„Retter“ 6 feiert, dessen machtvoller Blick die Frauen aus ihrer unbewussten Einsamkeit erlöst und für die Dauer des Zusammenseins eine „neue Zeit“ etabliert… …auf eine Reise, welche die Titelfigur eine Woche lang von Georgien über Damaskus, die spanische Enklave Ceüta in Nordafrika sowie Holland bis nach… …Norwegen geführt hat, begleitet von einem stummen Diener nach dem Vorbild des Leporello in Mozarts Oper „Don Giovanni“. Dabei entwickelt die Erzählung eine… …Protagonisten typische „Zeitnot“, eine Art gesteigerte Entfremdung des Ich von seiner Umwelt, und erlebt das Eintauchen in die neue Zeit, in 3 Peter Handke… …, Stuttgart 1985, S. 129. 282 Herr seiner Zeit der er sich „aufgehoben und weitergegeben im Erzähltwerden“ (DJ 126) fühlt. Analog erfährt der Ich-Erzähler eine… …Schreibmuster, die zugleich eine Auseinandersetzung mit literarischen Vorbildern war. 10 Handkes Skepsis gegenüber realistischen Erzählformen ist evident in „Der…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Cornelia Ilbrig: Aufklärung im Zeichen eines "glücklichen Skepticismus". Johann Karl Wezels Werk als Modellfall für literarisierte Skepsis in der späten Aufklärung, Wehrhahn, Hannover 2007.

    Roman Lach
    …Montaigne, Shaftesbury, Diderot und schließlich Wezels selbst in seiner Entwicklungsgeschichte darstellt, ist eine Denktradition, die beide Tendenzen… …„Tom Jones“ durchziehenden Debatte um ‚Scharfblick‘ und ‚Nachsicht‘ verhandelt. 3 Im Skeptizismus findet Cornelia Ilbrig eine positive, von einem frei… …, erfahrungs- statt systemgelenkt, als Toleranzphilosophie in Erscheinung tritt, generiert im 18. Jahrhundert eine epochale literarische Umwälzung: Der Roman als… …beiden pädagogischen Aufsätze „Präliminarien über deutsche Erziehung“ bzw. „Noch eine Apologie des Ehrtriebs“ (beide 1778/79) ein. Hierbei sind… …geht es Ilbrig um eine sehr genaue, dicht an ausgewählten Wezel-Werken entlang interpretierende Auseinandersetzung mit den Romanen „Tobias Knaut“… …diesen Skeptizismus zum Generalschlüssel für Wezels Werk. Und zu sehr legt sie den Akzent hierbei auf eine vertikale, philosophiegeschichtliche Herleitung…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Uta Degner: Bilder im Wechsel der Töne. Hölderlins Elegien und "Nachtgesänge", Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2008.

    Lars Meier
    …Buchbesprechungen Uta Degner: Bilder im Wechsel der Töne. Hölderlins Elegien und „Nachtgesänge“, Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2008. Eine… …Forschungsliteratur zu beinahe jedem einzelnen von ihnen zwingen zur Konzentration auf bestimmte inhaltliche oder formale Aspekte, besonders wenn man eine größere… …epistemologischen Verschiebung um 1800, nach der Bilder nicht länger nur als Abbilder verstanden werden, sondern eine eigenständige Erkenntnisdimension zugesprochen… …bekommen. Durch diese „Ablösung einer mimetischen durch eine poietische Ästhetik“ (S. 11) wird die Bildproduktion zur zentralen „Funktion ästhetischer… …Schrift „Über naive und sentimentalische Dichtung“ verdanke, wird zunächst eine Lektüre dieses Textes präsentiert, nach der dieser durch den Umbau des… …‚Denkkraft‘ eine Verbindung eingehen. Im Gegensatz zum naiven Dichter ahmt der sentimentalische Dichter die Wirklichkeit nicht einfach nach, d. h. er… …präsentiert nicht ein Objekt, sondern immer ein ‚Objekt im Subjekt‘, so dass nie nur ein Gegenstand, sondern zugleich immer auch eine bestimmte Perspektive auf… …wenn beide in der Idylle übereinstimmen, bleibt das Spannungsverhältnis zwischen ihnen bestehen. Da es sich nur um eine Übereinstimmung im Bild handelt… …bei ihm immer schon über eine mobile Perspektive, d. h. es stellt nicht nur einen Gegenstand und einen bestimmten Blick auf diesen Gegenstand dar… …Blickpunktwechsel nicht nur als zeitliche Abfolge zu verstehen ist, sondern als Wechselwirkung, ist im Bild immer eine Polyperspektive angelegt. Die Elegien…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Konrad Kirsch: Die Masse der Bücher. Eine hypertextuelle Lektüre von Elias Canettis Poetik und seines Romans "Die Blendung", Konrad Kirsch Verlag

    Bernd Witte
    …Buchbesprechungen Konrad Kirsch: Die Masse der Bücher. Eine hypertextuelle Lektüre von Elias Canettis Poetik und seines Romans „Die Blendung“, Konrad… …zweiter Stufe“ (1993) deutet er „Die Blendung“, Ansichten der Forschungsliteratur souverän nutzend, durchgehend als „Hypertext“, der sich auf eine Unzahl… …früheren Text unmissverständlich ausgewiesen ist, will Kirsch sein Verfahren um eine „texthermeneutische Dimension“ (30) erweitert wissen. Darunter versteht… …er, dass die Figuren und Motive der „Blendung“ in einer Weise interpretiert werden müssen, dass ihnen eine Vielzahl anderer Texte unterlegt werden kann… …der Menschen in eine höhere Tiergattung, die Masse, aufzugehen“ (ebd. S. 365). 3 Der so genannte „Jaguartraum“, in: Canetti [Anm. 1], S. 32 ff; von… …und Abstrakta („eine Totentanz-Figur“, „die lebensphilosophische Darstellung des Rationalismus und Idealismus“, eine „Allegorie des Ersten Weltkriegs“… …Berufsbezeichnung ausweist, mit China, das eine Abkürzung für Schechina, die liebende Gegenwart Gottes, darstellt, die sich nach Kirsch in der Bundeslade manifestiert… …das Judentum und seine Geschichte als eine Hommage Canettis an seine Abstammung“ (474). In der Tat steht der Autor mit den charakteristischen Zügen…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Hadrien France-Lanord: Paul Celan und Martin Heidegger. Vom Sinn eines Gesprächs, Übersetzung von Jürgen Gedinat, Rombach, Freiburg im Breisgau, Berlin, Wien 2007.

    M.E. Auer
    …dieses „Gipfeltreffen“ (Michel Deguy) könnten nicht radikaler auseinander gehen: Von einer „Wallfahrt“ (H.-G. Gadamer) redet der eine, von einer… …Jahren bei Fayard erschienenen Buch „Paul Celan et Martin Heidegger: Le sens d’un dialogue“ nachweist. Anlass für diesen Besuch sei vielmehr eine… …wünschte, ihn kennen zu lernen (S. 202). Bereits drei Jahre vor Celans erstem Brief wünschte sich Heidegger 1955 für eine Festschrift anlässlich seines 70… …sprachen völlig unbefangen miteinander. Auch schutzlos.“ 1 Dichter und Denker waren demnach durch ihr Verständnis des Dialogs für eine fruchtbare… …Besuch in einem Brief vom 5. August 1967 Ausdruck: „Es war eine große Freude zu erfahren, zu erfahren [sic], daß Deine Lesung, die Begegnung mit Heidegger… …Lektüre seiner Monographie legt einen solchen Schluss immerhin nahe. Eine intellektuelle Bewältigung des Nationalsozialismus kann und soll dem Holocaust… …solcher Ort solle eine, in Bubers Worten, „unbefangen[e]“ und „schutzlos[e]“ Begegnung ermöglichen, in welcher die Sterblichen zu ihrem Recht und ihrer… …, Pfullingen 1977, S. 87–103, hier: S. 91; bei France-Lanord S. 114. 310 Buchbesprechungen Hintergrund legt France-Lanords Monographie eine neue Interpretation… …eine Forderung an Heidegger gelesen, der dieser nicht nachgekommen sei. Wenn hier jedoch eine Forderung gestellt wird, dann ergeht sie, argumentiert… …Wortes‘ seitens Heideggers für France-Lanord nicht das Entscheidende. Sein Ehrgeiz besteht nämlich nicht nur darin, eine philologisch gewissenhafte…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Rosa Sala Rose: El misterioso caso alemán. Un intento de comprender Alemania a través de sus letras. Alba, Barcelona 2007.

    Michael Dobstadt
    …lautet bekanntlich eine der Grundthesen der interkulturellen Germanistik. Ein überzeugender Beleg für die Existenz eines authentisch ‚fremdkulturellen… …deutscher Übersetzung wiedergegeben. Die Seitenzahlen beziehen sich auf den spanischen Text. 311 Buchbesprechungen was wiederum eine These darüber impliziert… …und Literatur muss selbst eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung des Verbrechens gespielt haben. Wenn Sala Rose schreibt: „In diesem Essay wollen wir… …Projektionen der eigenen Abneigungen und Sehnsüchte hervorzubringen“ (S. 53), die ihr zufolge eine der entscheidenden Voraussetzungen für den späteren Erfolg des… …Wirklichkeit entspricht. Sie übersieht dabei, dass einer „Alemanidad“ (S. 53) keine abgrenzbare, substantielle Realität zukommt, sondern dass sie eine bloße… …zum Motiv in Diskursen der Ausgrenzung eignet. Eine solche Sichtweise bedürfte freilich auch eines anderen Verständnisses des Nationalsozialismus: Er… …wäre als – selbstverständlich: spezifisch deutsche – Reaktion auf eine krisenhafte, übernationale Moderne zu konzeptualisieren, und nicht, wie Sala Rose… …Literatur eine Gesellschaft ohne Schwierigkeiten auf ihre mentale Verfassung durchsichtig machen, denn die Literatur repräsentiert diese; andererseits… …Spiegelbild wiederum Spanien fungiert. Auch wenn diese Perspektivierung unverkennbar eine kulturelle Differenz artikuliert: Als Beleg für jenen oben erwähnten… …unserer eigenen literarischen Erfahrung muss die deutsche Literatur wie eine seltsame Kreatur und unserer Tradition zutiefst fremd erscheinen. (S. 46) Liegt…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Call for Papers: Sonderheft der Zeitschrift für deutsche Philologie, hg. v. Eva Geulen und Stephan Kraft: Grenzen im Raum - Grenzen in der Literatur

    …miteinander verschränkt werden kann. Auffällig ist, dass diese Wissenschaftskonjunktur genau in eine Zeit fällt, in der wirkliche, im Sinne von territorialen… …Staatsgrenzen und sonstige konkret im Raum verortbare Grenzen in der Literatur thematisiert? Wie werden sie erlebt, semantisiert, und was kann eine Beschäftigung… …Begutachtung einzusenden. In ihnen soll ausgehend von konkreten Textlektüren geprüft werden, was eine solche Reaktualisierung des Grenzbegriffs sowohl für die…
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  • eJournal-Artikel aus "Zeitschrift für deutsche Philologie" Ausgabe 2/2009

    Liste eingesandter Bücher

    …, Würzburg 2008. Czezior, Patricia: Der Leser und die Hinterfragung seiner Rolle in E.T.A. Hoffmanns „Kater Murr“ und Karl Immermanns „Münchhausen“. Eine… …Mensch als Konstrukt. Festschrift für Rudolf Drux, Aisthesis, Bielefeld 2008. Grizelj, Mario: „Ich habe Angst vor dem Erzählen“. Eine Systemtheorie…
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